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Open Science scheint fest im finnischen Wissenschaftssystem verankert zu sein. So bieten viele finnische Universitäten umfangreiche Informationen und Open Science Guidelines an. Darüber wollten wir gerne mehr erfahren und befragten Dr. Pirjo-Leena Forsström (Development Director, CSC, Secretary-General for Finnish Open Science and Research Initiative) zu Open Science in Finnland. CSC ist das finnische IT-Zentrum für die Wissenschaft.

Wie würden Sie die heutige Situation von Open Science in Finnland beschreiben?

Wir bewegen uns zum nächsten Level, auf dem Open Science keine spezifischen Unterstützungsaktionen benötigt, sondern den Stakeholdern überlassen werden kann. Siehe die „Evaluation of Openness in the Activities of Research Organisations and Research Funding Organisations”. Gemeinsam mit anderen tragen die Universitäten, die Academy of Finland, die Federation of Finnish Learned Societies und die Universitätsbibliotheken die Fackel für Open Science als Teil ihrer normalen Aktivitäten in die Zukunft.

Ist Open Science eine alltägliche Aktivität der finnischen Forscherinnen und Forscher geworden, und wenn ja, wie kam es dazu?

Einen Einblick liefern die Ergebnisse von openscience.fi/openculture und der „Impact Evaluation“. Es wurde sowohl Top-down wie auf Graswurzel-Level auf eine agile, koordinierte Weise angegangen. Wir haben uns bemüht, die optimale Balance von Multi-Stakeholder-Dialog und Kooperation zu finden.

Was ist besonders an Open Science in Finnland?

Es war ein koordinierter Einsatz auf vielen Ebenen, und Risikomanagement hatte einen entscheidenden Anteil daran, die notwendigen Maßnahmen für jedes Jahr zu definieren. Wir haben nicht jedes Jahr das gleiche gemacht, sondern verschiedene Dinge. Dies war unabdingbar, um in der Lage zu sein, das ganze Wissenschaftssystem zu transformieren, mit den Zielen:

  • juristischer Rahmen, der Open Science unterstützt
  • Förderinstrumente mit dem gleichen Ziel
  • Anreize für Collaboration und Openness
  • Klare Guidelines und kompatible Services
  • Collaboration auf vielen Ebenen
  • Ausbildung und zunehmende Expertise

Was sind die treibenden Kräfte hinter Open Science in Finnland?

  • Reproduzierbarkeit und exzellente Forschungsqualität
  • Wiederverwertbarkeit von Ergebnissen in verschiedenen und neuen Kontexten:
    1. Das Auffinden von Ergebnissen als Input für neue Studien und Innovationen
      Maximale Wirkung finanzieller Inputs
  • Kompatibilität:
    1. Zusammenschluss bestehener Ressourcen, Infrastrukturen und Daten, keine neuen förderbedürftigen Infrastrukturen
      verstehen, dass es keine für alle passende allgemeingültige Lösung gibt, Raum für Diversität und neue Ideen lassen
  • Größenvorteile nutzen, wo es passt

Welches sind die Bausteine des Open-Science-Erfolgs in Finnland? Welche Rolle spielen Bibliotheken dabei sowie Training und individuelle Unterstützung?

Einen Überblick über die Bausteine bietet die Open Science and Research Roadmap 2014-2017. Das Training und die individuelle Unterstützung von Forscherinnen und Forschern sind ein großer Teil der Initiative, mehr dazu kann man auf openscience.fi/training finden. Bibliotheken wurden trainiert, um Meister der Open Science zu sein und übernehmen Verantwortung in der Open-Science-Ausbildung und für Fähigkeiten in ihrer eigenen Institution.

Inwiefern könnte Finnland als Vorbild für andere Länder dienen, und was könnten diese von Finnlands Vorbild lernen?

In Finnland war die Rolle des Bildungsministeriums in der Wissenschaftspolitik entscheidend. Das finnische Modell könnte in den Fällen angewendet werden, wo die Steuerungstools ähnlich sind.

Welchen Rat würden Sie Universitäten oder anderen Institutionen geben, die den Einsatz von Open- Science-Praktiken im Alltag von Forschenden weiter fördern wollen?

Schauen Sie sich Best Practices an, zum Beispiel UNESCO Curricula und EU “Evaluation of Research Careers fully acknowledging Open Science Practices” oder ALLEA’s überarbeitete Version des “European Code of Conduct for Research Integrity”.

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