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Das dritte Barcamp des Jahres zu OER (Open Educational Resources) – digitalen und offenen Lehr-Lern-Materialien – fand am 23. und 24.06.2017 in Hamburg statt. Im Chinesischen Teehaus trafen sich Praktikerinnen und Praktiker aus Universitäten, Schulen, Firmen und Bibliotheken zu einer Mischung aus Workshops und Barcamp. 2017 gibt es erstmals vier regionale OERcamps in Deutschland, zuvor fanden die Camps einmal jährlich statt.

Interaktive Workshops und lebhafte Sessions boten ein umfangreiches Programm, das Einblicke in Tools zur Erstellung von OERs, aktuelle OER-Projekte und bildungspolitische Diskussionen gab.

SynLLOER (Synergien für Lehren und Lernen durch OER) ist ein Hamburger OER-Projekt, das die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für OER sensibilisiert und motiviert. Als Special in Hamburg wurde die Session zu den Aktivitäten von SynLLOER als Podcast aufgezeichnet und wird in der Podcastreihe zugehOERt von OERinfo veröffentlicht werden.

OER-Tools – jetzt wird es praktisch

Die Workshops ermöglichten schnelle und barrierefreie Einblicke in gängige OER-Tools sowie die Creative Commons Lizenzen. SlideWiki beispielsweise ging mit dem Versprechen, „die revolutionäre Autoren- und Lernplattform für Open Educational Resources“ zu sein, an den Start. Die Plattform bietet einen kollaborativen Ansatz zur Erstellung von Präsentationen. Fokus ist die gemeinsame Erstellung und Bearbeitung von Lehrinhalten.

H5P – interaktiver HTML5 Content

Praktische Erfahrungen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem mit H5P P machen. Es wurden interaktive Videos mit eingebetteten Quizaufgaben, Memorys, Lückentexte und Hotspot Games erstellt.

H5P ist eine freie und quelloffene Software. Sie ermöglicht das Erstellen von interaktiven Lerninhalten und kann problemlos in WordPress und andere Internetseiten eingebunden werden. Interessant ist auch die „Speak the Words“-Entwicklung, die sich besonders für den Fremdsprachenunterricht eignet.

Metadaten, Tagging, Wissensgenerierung – Bibliotheken und OER

„Bibliotheken bieten Wissensvermittlung, egal auf welche Art – OER oder Buch!“

Zu diesem Credo kamen vielfältig gemischte Sessions mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus OER-Initiativen, Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie Pädagoginnen und Pädagogen.

Sie sahen für Bibliotheken viele Aufgaben im Feld der OER. Als Kernkompetenzen wurden die Erfassung von Metadaten, Verschlagwortung und die Beratung und Vermittlung von Informationskompetenz gesehen. Von Bibliotheken erstellte OER gelten als hohes Qualitätsmerkmal im OER-Umfeld. Das Themenfeld Dienstleistungen und Beratung reichte von Unterstützung bei der Formulierung von geeigneten Suchstrategien, über Auffindbarkeit von OER, Lizenz- und Rechteverwaltung, bis zur Plattformverwaltung. Die zur Diskussion gestellte Frage „Brauchen wir OER-Makerspaces in Bibliotheken?“ wurde umgehend und einstimmig mit ja beantwortet. Bibliotheken werden als kompetenter Dienstleister zu allen Fragen des Lernens und Lehrens gesehen und seien daher prädestiniert, ihre Erfahrungen in das junge Themengebiet OER einzubringen.

Vom 27.-29.11. geht das OERcamp mit dem OER-Festival in Berlin in die vierte und letzte Runde für 2017. Unter dem offiziellen Twitterkanal des OERInfo gibt es Informationen, Transfer und Vernetzung rund um #OpenEducationalResources im deutschsprachigen Raum (#OERde).

Bildquelle: Manfred Steger (CC BY 2.0)

Authorin: Nicole Clasen (Diplom-Bibliothekarin, Diplom-Kauffrau, Twitter @NiggiBib (Leiterin der Abteilung Benutzungsdienste, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft)

<p>The ZBW – Leibniz Information Centre for Economics is the world’s largest research infrastructure for economic literature, online as well as offline.</p>

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