SeDOA-Workshop: Diamond Open Access nachhaltig finanzieren
Wie lassen sich Diamond-Open-Access-Zeitschriften nachhaltig finanzieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Praxisworkshops „Diamond Open Access: Kosten planen, Finanzierung finden“. Dabei zeigten sich sowohl ein großer Bedarf an konkreten Informationen zur Finanzierung als auch Schwierigkeiten bei der Erstellung einer Vollkostenrechnung für den Betrieb einer Zeitschrift. Verschiedene Finanzierungsmodelle für Diamond Open Access wurden besprochen. Deutlich wurde: Es gibt nicht „die eine“ Lösung für die Finanzierung von Diamond-Open-Access-Zeitschriften.
von Helene Strauß, Bente Steinecke, Ronja Kuhlwilm & Juliane Finger

In einem Workshop, den die DFG-geförderte Servicestelle für Diamond Open Access (SeDOA) am 13. Januar 2026 online durchgeführt hat, ging es um die nachhaltige Finanzierung von Diamond-Open-Access-Zeitschriften. Der Workshop richtete sich an Herausgebende, Redaktionen und institutionelle Akteur:innen, die Diamond Open Access in der Praxis umsetzen.
Direkt in die Praxis
Nach einer kurzen Einführung in das Thema sowie Einblicken in die Ergebnisse der Bosman et al. 2021 Studie und der SeDOA-Umfrage 2025 wurde schnell deutlich: Der Bedarf an konkreten Informationen zur Finanzierung ist hoch. Laut Bosman et al. 2021 arbeiten nur rund 40% der Zeitschriften kostendeckend, 25% verzeichnen Verluste und 31% gaben an, keine Kenntnis über ihre finanzielle Lage zu haben.
Entsprechend lag der Schwerpunkt des Workshops auf der praktischen Arbeit. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden, welche Kosten beim Betrieb einer wissenschaftlichen Zeitschrift anfallen – von redaktionellen Tätigkeiten über technische Infrastruktur bis hin zu laufenden organisatorischen Aufwänden. Auf dieser Grundlage entstanden erste Kostenpläne, die als Ausgangspunkt für die Weiterarbeit an den eigenen Projekten dienen können.
Die Arbeit in den Gruppen zeigte, dass die Erstellung einer Vollkostenrechnung für den Betrieb einer Zeitschrift alles andere als trivial ist. Insbesondere Personalkosten lassen sich häufig nur schwer beziffern, da Aufgaben in Stellenanteile integriert sind oder sogenannte In-kind-Leistungen erbracht werden: Personen arbeiten ehrenamtlich oder Institutionen stellen Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung.
Überblick über Finanzierungsoptionen
Im zweiten Teil des Workshops wurden verschiedene Finanzierungsmodelle für Diamond Open Access vorgestellt und diskutiert. Dazu zählten unter anderem Konsortialmodelle wie OLEcon , Mitgliedschaftsmodelle, institutionelle und externe Förderungen sowie Spenden- und Sponsoringansätze unter Berücksichtigung von Transparenz und redaktioneller Unabhängigkeit. Auch freiwillige Autor:innenbeiträge (Voluntary Author Contributions) wurden als mögliche Option eingeordnet. Ergänzend wurden hilfreiche Ressourcen wie der Diamond Funding Navigator vorgestellt.
Skip to PDF contentDie Präsentation des Workshops ist auf Zenodo verfügbar.
Austausch und Orientierung
Der Workshop bot neben fachlichem Input auch Raum für Fragen, Austausch und Vernetzung. Die Diskussionen machten deutlich, dass es nicht „die eine“ Lösung für die Finanzierung von Diamond-Open-Access-Zeitschriften gibt, wohl aber eine Vielzahl kombinierbarer Ansätze, die an unterschiedliche Rahmenbedingungen angepasst werden können.
Fallbeispiele zur Umstellung des Geschäftsmodells bietet die Interviewreihe “Ab jetzt Open Access”. Darüber hinaus wurde das Thema im Workshop “Infrastrukturelle Rahmenbedingungen von Diamond-Open-Access-Journals” anlässlich der Open-Access-Tage 2025 vertieft. Ein Bericht dazu ist hier zu finden.
SeDOA wird die im Workshop angesprochenen Themen weiter aufgreifen und Akteur:innen auch künftig bei Fragen rund um Finanzierung und Nachhaltigkeit von Diamond Open Access unterstützen.
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- Brinken, H., Rücknagel, J., Hauss, J., Rooryck, J., Paß, S., Witzmann, F., Waltman, L. & Beck, M. (2022). Ab jetzt Open Access – Wie Zeitschriften ihr Geschäftsmodell umstellen können. Technische Informationsbibliothek (TIB), open-access.network. TIB AV-Portal.
- Bosman, J., Frantsvåg, J. E., Kramer, B., Langlais, P.-C., & Proudman, V. (2021). OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings. Zenodo.
- Finger, J., Strauß, H., Steinecke, B., & Kuhlwilm, R. (2026, Januar 13). Praxisworkshop für Herausgebende – Auf dem Weg zu Diamond Open Access: Kosten planen, Finanzierung finden. Zenodo.
- Maier, S., Bunge, E., Hermann, S., Oßwald, A., Rumler, J., Schulz, K. & Verch, U. (2025). Infrastrukturelle Rahmenbedingungen von Diamond-Open-Access-Journals. Workshop anlässlich der Open-Access-Tage in Konstanz am 17. September 2025.
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- Diamond Open Access für die Wirtschaftswissenschaften finanzieren: So funktioniert OLEcon. ZBW Mediatalk.
Helene Strauß ist Projektmitarbeiterin des DFG-geförderten Projekts SeDOA an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Zuvor gestaltete sie im Projekt open-access.network Videos, Online-Kurse und Leitfäden zum Thema Open Access. Sie ist auf ORCiD zu finden.
Porträt: ZBW©, Fotograf: Sven Wied
Bente Steinecke ist Projektmitarbeiterin im DFG-geförderten Projekt SeDOA an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt liegt als Juristin auf rechtlichen Fragestellungen.
Porträt: ZBW©, Fotograf: Sven Wied
Ronja Kuhlwilm ist Projektmitarbeiterin des BMFTR-Projekts OLEKonsort an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft.
Porträt: ZBW©, Fotograf: Sven Wied
Dr. Juliane Finger ist Open-Access-Beauftragte und -Referentin an der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Sie ist Produktmanagerin der Open Library Economics und leitet das BMFTR-Projekt OLEKonsort zum Aufbau eines Finanzierungskonsortiums für Diamond Open Access. Sie ist auf ORCiD zu finden.
Porträt: Juliane Finger©
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