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Bei der Diskussion über die größten Herausforderungen der kommenden Jahre zeichneten sich vier Themenfelder ab, zu denen weitestgehend Konsens erzielt werden konnte.

Open Access to Research Data

Es wurde hervorgehoben, dass Open Access to Research Data eine wesentlich größere Herausforderung darstellt als Open Access (zu Publikationen). Während derzeit das Publizieren von Forschungsergebnissen eine genuine Tätigkeit von Forschenden ist und Open Access nur die Art des Publizierens verändert, stellt das Veröffentlichen der Forschungsdaten einen Paradigmenwechsel in der Forschungstätigkeit dar. Dies zeigt sich etwa auch daran, dass Forschende generell das Teilen von Daten begrüßen, selbst aber zögerlich eigene Forschungsdaten veröffentlichen. Es gelte also beispielsweise in Form von zitationsfähigen Data Journals Anreize zu schaffen, sodass in Zukunft das Teilen von Forschungsdaten zur Reputation der Forschenden beiträgt, um so die Bereitschaft bei den Forschenden zu erhöhen.

Darüber hinaus wurde betont, dass es natürlich nicht reiche, die Forschungsdaten zu veröffentlichen, denn um Auffindbarkeit und Wiederverwendbarkeit zu gewährleisten, bedarf es effektiver Standardisierungen (Meta-Daten, Infrastrukturen etc.) und Qualitätsmanagementmaßnahmen sowie völlig neuer Berufsbilder (siehe unten).

Fördermechanismen für Forschungsdateninfrastrukturen

Auf europäischer Ebene und in anderen EU-Mitgliedstaaten wie etwa den Niederlanden finden derzeit im Rahmen der European Open Science Cloud hoch dynamische Entwicklungen zum Thema Forschungsdateninfrastrukturen statt. In Verbindung damit wäre es in Deutschland wichtig, zügig Fördermechanismen zur Verfügung zu stellen, die Pilotprojekte fördern, um zu versuchen, Deutschland anschlussfähig an die europäischen Entwicklungen zu halten. International habe sich gezeigt, dass gerade die Förderung solcher „early movers“ zu sehr guten Ergebnissen geführt hat.

Governance-Struktur

Es wurde betont, dass Open Science ein bottom-up-Prozess ist und eine zu starke top-down- Regulierung nicht intendierte negative Folgen haben könnte. Daher wurde empfohlen, den bottom-up-Charakter eher zu fördern, gleichzeitig aber zu berücksichtigen, dass es in einer föderalen Struktur wie in Deutschland durchaus sinnvoll sei, punktuell top-down-Anreize zu schaffen. Darüber hinaus wurde dringend empfohlen, eine zentrale Anlaufstelle für die European Open Science Cloud auf Bundesebene zu etablieren. Derzeit seien die Verantwortlichkeiten unklar.

Neue Berufsfelder

Eindeutig war die Meinung dazu, dass es neuer Berufsbilder bedürfe, die auf Forschungsdaten spezialisiert seien. Genannt wurden etwa Data Scientist, Data Architect oder Data Clerk, die alle dazu beitragen sollen, dass Forschungsdaten den FAIR Data Principles folgen. Die Etablierung, Förderung und auch die Schaffung einer Anerkennungsstruktur für diese neuen Berufsfelder wurden als eine zentrale Aufgabe im Europäischen Forschungsraum gesehen. An Kenntnissen für diese neuen Berufszweige wurde betont, dass neben Grundkenntnissen der Informatik und Mathematik (vor allem Statistik) auch eine jeweils fachspezifische Kenntnis aus der Anwendungsdomäne nötig wäre.

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Autoren: Prof. Klaus Tochtermann, Dr. Willi Scholz (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft)

The ZBW – Leibniz Information Centre for Economics is the world’s largest research infrastructure for economic literature, online as well as offline.

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