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In unserer komplexen Welt gilt es viele Lücken zu überbrücken, aber ich werde mich der Lücke zwischen Open Science auf der einen Seite und Ökologie ebenso wie Evolution auf der anderen Seite widmen. Wie groß muss unser Sprung sein? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass es einfacher wird, wenn beide Seiten ihre Hände ausstrecken, um zu helfen!

Das Wachstum von Open Science

Die Open-Science-Bewegung wächst in den Wissenschaftsdisziplinen. Beträchtliche intellektuelle und finanzielle Bemühungen werden unternommen, um E-Infrastrukturen, Tools und Methoden zu entwickeln, damit Open Science erfolgreich im Mainstream ankommt. So investiert die Europäische Kommission zum Beispiel 890 Millionen Euro in das E-Infrastrukturprogramm im Rahmen von Horizont 2020.

Der Long-Tail hinkt hinterher

Um die Services für Forschende zu gestalten, haben Open-Science-Infrastrukturen ihre Serviceentwicklung an wohldefinierten und homogenen Nutzergruppen ausgerichtet. Allerdings wird ein großer Teil der wissenschaftlichen Arbeit im Long-Tail der Wissenschaft verrichtet (Individuen und kleine Teams sammeln Daten für spezifische Projekte). Obwohl in der E-Infrastruktur-Landschaft die Notwendigkeit erkannt wurde, die Teilnahme der Long-Tail-Wissenschaft in ihr zu erhöhen, gibt es trotzdem eine beträchtliche Wissenslücke zwischen beiden Welten. Wenn Open Science den nächsten großen Schritt gehen möchte, besteht der einzige Weg darin, diese Lücke zu überbrücken.

Ich habe eine Lücke erkannt

Ich bin Evolutionsbiologin und habe erst kürzlich begonnen, die komplexe Landschaft an bestehenden (und sich entwickelnden) Open-Science-Initiativen zu erkunden. Ich habe zahlreiche Ökologie- und Evolutionskonferenzen in den vergangenen zehn Jahren besucht, und warte immer noch darauf, Repräsentantinnen und Repräsentanten der wichtigsten europäischen E-Infrastrukturen auf diesen Konferenzen zu sehen. Ebenso habe ich in den vergangenen paar Jahren einige Konferenzen über Entwicklungen in der E-Infrastrukturen-Welt besucht und bin immer wieder überrascht über das absolute Fehlen von anderen Long-Tail-Forschenden unter den Teilnehmenden.

Wie lässt sich die Lücke überbrücken?

Ich nehme die Notwendigkeit für bessere Kommunikation zwischen der technischen Seite von Open Science und der Seite der Forschenden wahr. Diese beiden sind gleichermaßen dafür verantwortlich, die existierende Distanz zu überbrücken, als wichtigen und zentralen Schritt, um die Möglichkeiten voll zu nutzen und die vielen Herausforderungen zu meistern, vor denen Open Science steht. Wir brauchen mehr interdisziplinäre Veranstaltungen, die Forscherinnen und Forscher (abgesehen von einigen Fallstudien-Communities) sowie Entwicklerinnen und Entwickler zusammenbringen. Wir brauchen zudem mehr Repräsentantinnen und Repräsentanten von beiden Seiten, die die Veranstaltungen der anderen besuchen. Wissen ist Macht, aber diese Macht kann nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn Wissen effektiv geteilt wird. Lasst uns daher die Interaktion ermöglichen.

Autorin: Dr. Antica Culina ist Postdoktorandin am niederländischen Institut für Ökologie (NIOO-KNAW) und darüber hinaus Research Associate an der Universität Oxford, Institut für Zoologie. Ihr Twitter Handle ist @antica_c.

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