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Es gibt sie von “oh, wie süß” bis nützlich: Vom Künstler-Roboter, der zeichnen kann, über den Telepräsenz-Roboter, der stellvertretend an einer Konferenz teilnimmt, den tanzenden Smartphone-Roboter,

bis zum SpotMini-Roboter, der wie ein Hund ist, nur dass er nicht so viel Arbeit macht, und sogar die Spülmaschine einräumen und den Müll entsorgen kann. Roboter gibt es für den Industrieeinsatz, ebenso wie für den Privathaushalt. Stück für Stück erobern sie unseren Alltag.

Fortschritte rund um künstliche Intelligenz ermöglichen verschiedenste Einsatzgebiete. Mit den vielfältigen Robotermodellen lassen sich unterschiedlichste Geschäftsideen umsetzen.

Roboter im Kundenservice

Roboter, die im Kundenservice eingesetzt werden, gibt es schon in verschiedenen Branchen. So ist das Henn-na Hotel in Nagasaki, Japan, mit zehn humanoiden Robotern zusätzlich zum menschlichen Personal ausgestattet. Die Roboter-Mitarbeiter sprechen fließend Japanisch, Chinesisch, Koreanisch und Englisch, können Augenkontakt aufnehmen und auf Körpersprache reagieren. Zu ihren Aufgaben gehören das Check-in der Gäste, der Transport von Gepäck und die Reinigung. Sowieso sind verschiedene Arten von Robotern im Tourismusgewerbe im Einsatz. Dazu gehören Roboter auf Kreuzfahrtschiffen, die Gäste auf Deutsch, Englisch und Italienisch unterstützen und Roboter, die am Flughafen das Gepäck einchecken.

BankRoboter-Mediatalk-Blog-Bilder-469x620psdIm Restaurant nehmen Roboter die Bestellung auf und können auch schon Burger zubereiten. Auch in der Bank wird der Einsatz von Robotern im Kundenkontakt getestet. Ihre Vorteile sind dabei unter anderem die Mehrsprachigkeit und die Bearbeitung von Standardfragen.

Roboter Betty hat derweil ihre Karriere als Office Manager Trainee gestartet. Bettys Aufgaben: Gäste begrüßen, Daten etwa über Lufttemperatur und –feuchtigkeit sowie Lärmbelastung in den Büros zu erheben und prüfen, wie viele Personen dort außerhalb der Arbeitszeit arbeiten oder ob die Brandschutztüren verschlossen sind.

Roboter als Lagerarbeiter

Andere Unternehmen setzen verstärkt auf Roboter hinter den Kulissen. So setzt Amazon Roboter in seinen Warenlagern ein, um die Bearbeitungszeit zu optimieren und so eine schnellere Zulieferung zu ermöglichen. Dies scheint zu gelingen, denn statt 60 bis 75 Minuten, die das manuelle Heraussuchen der Waren durch Menschen dauerte, sind es beim Einsatz der Roboter nur noch 15 Minuten, bis die bestellte Ware versendet werden kann. Da die Roboter zudem weniger Platz brauchen als Menschen, kann Amazon auf gleichem Raum deutlich mehr Waren lagern.

Währenddessen arbeitet Walmart offenbar an Roboter-Einkaufswagen. Andere Roboter hingegen überwachen im Supermarkt die Warenbestände oder liefern Bestellungen aus.

Dass Roboter gerne für den Transport eingesetzt werden, zeigten auch schon die beiden Roboter “Hase” und “Igel”, über deren Transport von Bücherkisten in der Bibliothek des Erwin Schrödinger-Zentrums der Humboldt-Universität zu Berlin vor Jahren berichtet wurde.

Risiken des Robotereinsatzes

Dass beim Einsatz von Robotern nicht immer alles glatt läuft, zeigte erst kürzlich der Fall eines entflohenen Roboters.

Fünf Herausforderungen

Zudem hat Google eine Liste von fünf Herausforderungen veröffentlicht, die es zu lösen gilt, um beispielsweise Haushaltsroboter sicher zu machen. Auch die Forderung nach einem Notschalter für künstliche Intelligenz steht im Raum. Ein mögliches Problem könnte zudem daraus entstehen, dass die überwiegend männlichen Forscher und Entwickler die künstliche Intelligenz einseitig prägen könnten.

Ein weiteres Risiko könnte darin gesehen werden, dass Roboter menschliche Arbeitskräfte ersetzen und diesen die Erwerbsmöglichkeiten streitig machen könnten. Es existieren verschiedene Prognosen, wie die Arbeitswelt 4.0 mit Einsatz von Robotern aussehen wird. Eine These besagt, dass Routinetätigkeiten aufgrund der Automatisierung wegfallen und durch komplexere akademische Tätigkeiten ersetzt werden.

Mensch-Maschine-Zusammenarbeit

Roboter erledigen dann Routinearbeiten, während Menschen die komplexeren Aufgaben, die Kreativität erfordern, lösen. Dafür spricht auch, dass zumindest bislang Roboter gut auf einzelne Tätigkeiten spezialisiert sein können, mehr aber nicht. Die Mensch-Maschine-Kombination scheint daher am besten zu funktionieren und könnte durchaus Vorteile bringen, da sie Menschen ermöglicht, sich auf ihre menschlichen Qualitäten zu besinnen.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern Roboter in Zukunft in Bibliotheken in großem Stil eingesetzt werden und wie hier die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Roboter gestaltet wird. Potentielle Einsatzszenarien lassen sich aus den oben genannten Beispielen leicht ableiten: Roboter, die Bibliotheksnutzerinnen und –nutzer in verschiedenen Sprachen begrüßen, vermisste Werke auffinden, Bücher ausliefern oder Standardfragen beantworten, während ihre menschlichen Kolleginnen und Kollegen sich um die Lösung komplexerer Fragen und Probleme kümmern.

<p>Birgit Fingerle ist Diplom-Ökonomin und beschäftigt sich in der ZBW unter anderem mit Innovationsmanagement, Open Innovation und Open Science.</p> <p>Birgit Fingerle holds a diploma in economics and business administration and works at ZBW, among others, in the fields innovation management, open innovation and open science.</p>

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