{"id":46605,"date":"2023-10-26T05:07:16","date_gmt":"2023-10-26T05:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/?p=46605"},"modified":"2023-10-26T07:11:32","modified_gmt":"2023-10-26T07:11:32","slug":"open-science-preistraegerinnen-was-laesst-sich-von-ihnen-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2023\/10\/open-science-preistraegerinnen-was-laesst-sich-von-ihnen-lernen\/","title":{"rendered":"Open-Science-Preistr\u00e4ger:innen: Was l\u00e4sst sich von ihnen lernen?"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:698,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/podcast.zbw.eu\\\/fos\\\/2023\\\/10\\\/25\\\/fos-34-warum-open-science-zaehlt&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260223014707\\\/https:\\\/\\\/podcast.zbw.eu\\\/fos\\\/2023\\\/10\\\/25\\\/fos-34-warum-open-science-zaehlt\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-13 14:13:33&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-13 14:13:33&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:699,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/itbh-hh.de\\\/institut\\\/team\\\/ronny-roewert&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20240104194131\\\/https:\\\/\\\/itbh-hh.de\\\/institut\\\/team\\\/ronny-roewert\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-13 14:13:41&quot;,&quot;http_code&quot;:503}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-13 14:13:41&quot;,&quot;http_code&quot;:503},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p><b>Im Interview mit Ronny R\u00f6wert<\/b><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" class=\"aligncenter size-full wp-image-46606\" srcset=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1.jpg 400w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-200x200.jpg 200w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-100x100.jpg 100w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-76x76.jpg 76w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/RonnyRoewert-Autorin-rundweiss-400x400-1-50x50.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p>Ronny R\u00f6wert (TU Hamburg) hat sich in seinem Promotionsprojekt damit besch\u00e4ftigt, warum Forschende Open Science betreiben. Daf\u00fcr hat er diejenigen Forschenden in den Fokus ger\u00fcckt, die relativ lange und in einem sehr extensiven Umfang Open Science praktizieren, n\u00e4mlich Open-Science-Preistr\u00e4ger:innen aus dem deutschen Wissenschaftssystem. Im Gespr\u00e4ch verr\u00e4t er, was wir von diesen Pionier:innen im Bereich Open Science ganz konkret lernen k\u00f6nnen und warum wir alle mehr Mutausbr\u00fcche wagen sollten.<\/p>\n<h4>Was haben Sie in Ihrer Doktorarbeit herausgefunden? Was motiviert Wissenschaftler:innen, Open Science zu betreiben?<\/h4>\n<p>Ich war selbst \u00fcberrascht, wie viele Gr\u00fcnde es tats\u00e4chlich gibt, Open Science zu praktizieren. Insgesamt 14 Motive konnte ich als Gr\u00fcnde herauskristallisieren. Neben den bekannten pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden, wie Zitationsvorteilen oder dem Wunsch nach Anerkennung f\u00fcr die eigene Arbeit, geh\u00f6ren dazu auch Gr\u00fcnde, die f\u00fcr die Forschungscommunity relevant sind, wie dass die eigene Forschung nachgenutzt wird, effizientes Arbeiten oder neue Kooperationen angestrebt werden. Ich konnte aber auch ein paar Gr\u00fcnde finden, die so noch gar nicht in der Literatur besprochen wurden, zum Beispiel ein Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zu einer Pioniergemeinschaft, also Anti-Mainstream zu sein, oder auch Sinn und Wirkungsorientierung geh\u00f6ren dazu. Also, wenn ich schon so viel Zeit, und h\u00e4ufig ist dies in der Wissenschaft auch Freizeit, daf\u00fcr verwende, dann muss es wirklich Sinn machen, und da sagen eben viele, daf\u00fcr muss es offen sein.<\/p>\n<p>Das Spannende ist, dass alle mindestens drei oder vier Gr\u00fcnde genannt haben, und zwar immer altruistische sowie karrieristische Gr\u00fcnde gleicherma\u00dfen. Daher kann man nicht sagen, das hier sind die Weltverbesserer:innen und das sind die, die das egoistisch machen. Sondern es ist immer ein Zusammenspiel aus ganz pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen, ja vielleicht auch ein paar selbstlosen Gr\u00fcnden. Es sind viele Gr\u00fcnde, und vielleicht m\u00fcssen wir das st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen, wenn wir Forschende dabei unterst\u00fctzen m\u00f6chten, Open Science zu verankern. <\/p>\n<h4>Konnten Sie hinsichtlich der Motive unterschiedliche Typen identifizieren?<\/h4>\n<p>Ich dachte, es g\u00e4be Typen wie die Egoistin oder den Weltverbesserer. Aber im Endeffekt musste ich irgendwann feststellen, dass tats\u00e4chlich genau das Gegenteil zutrifft. Das Kernergebnis ist f\u00fcr mich, dass es keine Typen gibt. Selbst bei einer Wissenschaftlerin, die sagt, sie mache das nur, um die Wissenschaft besser zu machen, findet man relativ stichhaltige pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde wie zum Beispiel Zitationsvorteile. Und beim anderen Extrem, einem Wissenschaftler, der sagte, er w\u00fcrde total egoistisch getrieben handeln, zeigten sich \u00dcberzeugungen dar\u00fcber wie das Wissenschaftssystem und die Gesellschaft auszusehen haben und den eigenen Anteil daran, also quasi selbstlose Gr\u00fcnde. Genau diese zwei Extreme, die gleichzeitig aber auch das andere Extrem vereinen, das ist das Kernergebnis. <\/p>\n<h4>Welche Schl\u00fcsse ziehen Sie daraus f\u00fcr die Kommunikation mit Forschenden \u00fcber Open Science?<\/h4>\n<p>Das Vorhandensein von mehreren Gr\u00fcnden f\u00fcr Open Science m\u00fcssen wir auch im Hinterkopf haben, wenn wir Forschende ansprechen und mitnehmen wollen. Dann m\u00fcssen wir divers, vielseitig, auf unterschiedlichen Ebenen argumentieren und k\u00f6nnen nicht nur ein, zwei gesellschaftliche Gr\u00fcnde f\u00fcr Open Science anf\u00fchren. <\/p>\n<h4>Wie erkl\u00e4ren Sie sich diese Ergebnisse?<\/h4>\n<p>Alle betonen den enormen Aufwand von Open Science und dass es auch eine gro\u00dfe Ressourcenfrage ist, selbst wenn sie es selbst nicht ganz so pionierhaft praktizieren. Es ist, in den Worten der interviewten Open-Science-Preistr\u00e4ger:innen, wie \u201eein extra steiler Berg\u201c oder \u201edie extra 20 Prozent der Meile, die sie zu gehen haben\u201c. Wenn es so viel Aufwand ist, dann m\u00fcssen mehrere Gr\u00fcnde daf\u00fcrsprechen. Und alle nennen tats\u00e4chlich viele Gr\u00fcnde, es dennoch zu machen. Das ist so f\u00fcr mich auch der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis, warum es so komplex ist, warum so viele Motive wirksam sind. <\/p>\n<h4>Gibt es Unterschiede in den Motivationen, zum Beispiel in den Karrierestufen?<\/h4>\n<p>Man kann feststellen, dass die, die sich stark einer Pioniergemeinschaft zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, besonders \u00fcberzeugt sind und Open Science sehr konsistent umsetzen, also sehr darauf bestehen, in allen Projekten. Gerade wenn man kooperativ forscht, ist das ja auch ein Aushandlungsprozess. <\/p>\n<p>Und der andere Aspekt ist der Karrierefortschritt. Der Wunsch nach einer Nachnutzung der eigenen Methoden und Ergebnisse und sie entsprechend aufzubereiten, dass andere damit leichter weiterarbeiten k\u00f6nnen, der nimmt zu, wenn man tats\u00e4chlich l\u00e4nger im Wissenschaftssystem ist. Denn manche Gr\u00fcnde sind am Anfang der Forschungskarriere noch nicht nachvollziehbar. Aber auch hier: es gibt keine so starken Muster und ich musste mich irgendwann wieder verabschieden von diesem Typendenken und anerkennen, dass das Ergebnis so vielschichtig ist. <\/p>\n<h4>Welche Unterschiede konnten Sie zwischen den verschiedenen Disziplinen beobachten?<\/h4>\n<p>Die Disziplin hat durch ihren Sozialisationseinfluss einen entscheidenden Einfluss auf die Identit\u00e4tsbildung und das Berufsverst\u00e4ndnis als Wissenschaftlerin beziehungsweise Wissenschaftler. Bei der Vergabe der Preise und Auszeichnungen f\u00fcr Open Science haben die Jurys sehr auf eine ausgewogene Verteilung der Disziplinen geachtet, sodass trotz meiner kleinen Stichprobe viele disziplin\u00e4re Kontexte von der Informatik und Psychologie \u00fcber die Sport- und Geschichtswissenschaften bis hin zur Literaturwissenschaft vertreten sind. In datengetriebenen disziplin\u00e4ren Kontexten wie den Wirtschaftswissenschaften oder der quantitativen Soziologie setzen sich Open-Science-Verst\u00e4ndnisse und -Praktiken schneller durch, w\u00e4hrend in bisher weniger Open-Science-affinen Disziplinen wie der Architektur oder den Geschichtswissenschaften die Idee von Open Science vielf\u00e4ltiger gelebt wird, etwa durch verst\u00e4rkte Citizen-Science-Ans\u00e4tze. Letztlich muss also jede Disziplin, auch in den Fachgesellschaften, selbst definieren, wie Open Science die Forschungspraxis konkret bereichern kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_46608\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-46608\" src=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"\" class=\"size-full wp-image-46608\" srcset=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1.jpg 900w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-768x765.jpg 768w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-860x857.jpg 860w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-680x678.jpg 680w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-500x498.jpg 500w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-400x399.jpg 400w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-250x249.jpg 250w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-200x199.jpg 200w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-100x100.jpg 100w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-76x76.jpg 76w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/MT-Motivrad-900x950-1-50x50.jpg 50w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><p id=\"caption-attachment-46608\" class=\"wp-caption-text\">Motive f\u00fcr Open-Science-Praktiken<\/p><\/div>\n<h4>Welches sind die st\u00e4rksten Treiber?<\/h4>\n<p>Also Top eins ist auf jeden Fall die Nachnutzung. Das zweite Motiv ist, Zitationsvorteile zu erlangen. Das dritte ist das \u00f6ffentliche Interesse, wie ich es genannt habe. Das hei\u00dft zum Beispiel, dass man in \u00f6ffentlich steuerfinanzierten Forschungsprojekten den Anspruch hat, der Gesellschaft gerecht zu werden und die Ergebnisse zug\u00e4nglich zu machen. Danach kommen schon so weiche Treiber wie eine Wirkungs- und Sinnorientierung, also, dass alle sagen, ich mach mir doch nicht diese M\u00fche, um am Ende einer oder eine unter vielen zu sein. Deshalb verorten sie sich in dieser pionierhaften Rolle. <\/p>\n<h4>Haben Sie auch Faktoren identifiziert, die die Motivation von Forschenden f\u00fcr Open Science hemmen?<\/h4>\n<p>Ja, da haben alle sehr \u00e4hnliche Gr\u00fcnde genannt. Zum einen ist es quasi die ganze Karrierelogik in der Wissenschaft. Zum anderen gibt&#8217;s Rahmenbedingungen, wie dass Ver\u00f6ffentlichen im Open Access zum Teil einfach zu teuer wird und andere nachvollziehbare Gr\u00fcnde. Dazu geh\u00f6ren forschungsethische Fragen, dass, wenn sensible Daten erhoben werden, diese nicht gleich offen zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<h4>Sie haben in Ihrem Vortrag auf der zehnten Open Science Conference gesagt: \u201eResearch Culture eats Open Science Strategy For Breakfast\u201c. Wie meinten Sie das?<\/h4>\n<p>Da wollte ich ein bisschen zugespitzt in Anlehnung an Peter Drucker  darauf eingehen, dass die sch\u00f6nsten Strategien wahrscheinlich nichts nutzen, weil es bei Open Science um den Kern der Forschungskultur geht.&#8221;<\/p>\n<p>Da wollte ich ein bisschen zugespitzt in Anlehnung an Peter Drucker darauf eingehen, dass die sch\u00f6nsten Strategien wahrscheinlich nichts nutzen, weil es bei Open Science um den Kern der Forschungskultur geht. Das hei\u00dft, die ganze Sozialisation, wie ich mich gebe, wie ich mich im Alltag bewege, wie ich \u00fcber meine eigene Forschung spreche, wie ich taktisch agiere, folgt in der Regel ungeschriebenen Gesetzen. Wenn wir wollen, dass sich wirklich etwas in der Forschungskultur \u00e4ndert, dann m\u00fcssen wir an den Kern der Sozialisation und vielleicht auch ganz fr\u00fch bei Nachwuchsforschenden anfangen, dann, wenn sie das erste Mal wirklich mit Forschung in Kontakt kommen, etwa wenn sie den ersten Datensatz produzieren. Ich glaube, da m\u00fcssen wir dann auch andere Felder angehen, wie in Fachgesellschaften mehr Lobbyarbeit machen, an die Graduiertenkollegs ran, an die Nachwuchsgruppen, genau dort, wo Forschende geformt werden. Sonst wird die beste Open-Science-Strategie eben zum Fr\u00fchst\u00fcck gegessen. <\/p>\n<h4>Was w\u00fcrden Sie denn Open Science-Avantgardist:innen raten, um ihre Kolleg:innen zu inspirieren?<\/h4>\n<p>Zuerst einmal sehen sie sich in der Regel nicht selbst als Open-Science-Avantgardist:innen. Das hatten alle, die ich interviewt habe, gemeinsam, dass sie, obwohl sie einen Preis daf\u00fcr bekommen haben, am Anfang des Gespr\u00e4chs alle quasi sch\u00fcchtern gesagt haben: &#8220;Ich glaube, Sie interviewen die falsche Person. Ich mache eigentlich gar nicht so stark Open Science.&#8221; Im Endeffekt ist es unrealistisch, die komplette Forschungspraxis komplett zu \u00f6ffnen. Das wird man bei niemandem finden. Ich w\u00fcrde dazu raten, so konkret wie m\u00f6glich zu schildern, wie man es umsetzt, um Kolleg:innen zu \u00fcberzeugen. Also eine Literaturwissenschaftlerin, die die Verhandlungen mit den Verlagen offenlegt, die Beispielmails dazu teilt, die sagt, wo es auch mal nicht geklappt hat. Was sie daraus lernen f\u00fcr das n\u00e4chste Mal, f\u00fcr den n\u00e4chsten Antrag f\u00fcr ein Forschungsprojekt. In genau dieser Konkretheit. Das m\u00fcssen wir st\u00e4rker vermitteln und dieses realistische Bild plus wirklich nochmal, diesen Forscher:innengeist wecken. Eine St\u00fctze k\u00f6nnten vielleicht auch diese verschiedenen Motive sein. Dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch zu kommen und auch zu akzeptieren, dass alle unterschiedliche Gr\u00fcnde haben. Was treibt dich an, warum k\u00f6nntest du dir vorstellen, dich im n\u00e4chsten Forschungsprojekt doch mal um Open Access oder ein offenes Forschungsdatenmanagement zu bem\u00fchen? <\/p>\n<h4>Welche Tipps haben Sie f\u00fcr Nachwuchsforschende, die fragen, wie sie Open Science am besten umsetzen k\u00f6nnen?<\/h4>\n<p>Ich w\u00fcrde, zugespitzt gesagt, so etwas wie Mutausbr\u00fcche wagen. Ganz praktisch: sich vielleicht einmal im Jahr einen Reminder setzen und mal zwei, drei Stunden mit sich selbst, vielleicht auch mit Kolleginnen und Kollegen, in Klausur gehen. Warum m\u00f6chte ich Open Science umsetzen? Wie kann ich meine eigene Forschungspraxis offener, transparenter gestalten? Denn ich glaube, es gibt da so eine Wucht der Normalit\u00e4t, die einen \u00fcberw\u00e4ltigt, und dann hechelt man nur dem n\u00e4chsten F\u00f6rderantrag hinterher oder schreibt die n\u00e4chste Stipendienbewerbung und so weiter, und vergisst tats\u00e4chlich, welche, auch naheliegenden, M\u00f6glichkeiten es gibt. Dann tauscht man sich einfach noch mal mehr mit den Forschungsdaten, Repositorien f\u00fcr die Fachdisziplinen oder der eigenen Universit\u00e4tsbibliothek aus, wie es denn tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist, Publikationen offen zug\u00e4nglich zu machen. Ich glaube, mindestens einmal im Jahr ist ein guter Zeitraum, um sich dar\u00fcber zu unterhalten. Das w\u00e4re mein pers\u00f6nlicher Tipp. <\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/podcast.zbw.eu\/fos\/2023\/10\/25\/fos-34-warum-open-science-zaehlt\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ZBW Podcast &#8220;The Future is Open Science&#8221;: FOS 34 Warum Open Science z\u00e4hlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2023\/07\/open-science-conference-2023-alte-huerden-und-neue-praxiserfolge-zum-jubilaeum\/\">Open Science Conference 2023: Alte H\u00fcrden und neue Praxiserfolge zum Jubil\u00e4um<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2023\/07\/open-science-symposium-offene-praktiken-und-transparenz-in-den-wirtschaftswissenschaften\/\">Open Science Symposium: Offene Praktiken und Transparenz in den Wirtschaftswissenschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2023\/05\/open-science-meet-up-gemeinsam-die-zukunft-erarbeiten\/\">Open Science Meet-Up: Gemeinsam die Zukunft erarbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2022\/09\/open-science-in-den-wirtschaftswissenschaften-ausgewaehlte-ergebnisse-der-zbw-bekanntheitsanalyse-2022\/\">Open Science in den Wirtschaftswissenschaften: Ausgew\u00e4hlte Ergebnisse der ZBW-Bekanntheitsanalyse 2022<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class='eckosc eckosc_contrast_block'><div class='eckosc_contrast_block_inner'>\n<b>Unsere Frage beantwortete Ronny R\u00f6wert.<\/b><\/p>\n<p><b><a href=\"https:\/\/itbh-hh.de\/institut\/team\/ronny-roewert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ronny R\u00f6wert<\/a><\/b> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Technische Bildung und Hochschuldidaktik der TU Hamburg (TUHH). Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und Stationen bei CHE Consult, Kiron Open Higher Education sowie dem Stifterverband forscht und lehrt er zu Digital- und Offenheitspraktiken in Bildungs- und Wissenschaftskontexten. Diese Themen gestaltet er u.a. durch Koordination des Verbundvorhabens \u201eOpen T-Shape for Sustainable Development\u201c, im Rahmen dessen der SDG-Campus entwickelt wird.<br \/>\nPortr\u00e4t: Ronny R\u00f6wert&copy;<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Interview mit Ronny R\u00f6wert Ronny R\u00f6wert (TU Hamburg) hat sich in seinem Promotionsprojekt damit besch\u00e4ftigt, warum Forschende Open Science betreiben. Daf\u00fcr hat er diejenigen Forschenden in den Fokus ger\u00fcckt, die relativ lange und in einem sehr extensiven Umfang Open Science praktizieren, n\u00e4mlich Open-Science-Preistr\u00e4ger:innen aus dem deutschen Wissenschaftssystem. 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