{"id":34382,"date":"2018-05-24T09:46:43","date_gmt":"2018-05-24T09:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu?p=34382"},"modified":"2021-09-10T07:31:50","modified_gmt":"2021-09-10T07:31:50","slug":"open-science-in-europa-foerdern-die-entscheidende-rolle-der-bibliotheken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2018\/05\/open-science-in-europa-foerdern-die-entscheidende-rolle-der-bibliotheken\/","title":{"rendered":"Open Science in Europa f\u00f6rdern: Die entscheidende Rolle der Bibliotheken"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:3724,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/rio.jrc.ec.europa.eu\\\/en\\\/library\\\/mle-open-science-altmetrics-and-rewards-final-report&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:3725,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.ec.europa.eu\\\/digital-single-market\\\/en\\\/news\\\/recommendation-access-and-preservation-scientific-information&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20210307121620\\\/https:\\\/\\\/ec.europa.eu\\\/digital-single-market\\\/en\\\/news\\\/recommendation-access-and-preservation-scientific-information&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 08:53:29&quot;,&quot;http_code&quot;:200},{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-10 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href=\"https:\/\/rio.jrc.ec.europa.eu\/en\/library\/mle-open-science-altmetrics-and-rewards-final-report\" target=_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eMutual Learning Exercise \u2013 Open Science: Altmetrics and Rewards\u201d<\/a> wurde Ende April ver\u00f6ffentlicht. \u00dcber den Zeitraum eines Jahres kamen die teilnehmenden L\u00e4nder zusammen, um voneinander zu lernen, die besten Wege zur Bew\u00e4ltigung der identifizierten Herausforderungen und zur Umsetzung politischer Instrumente zur F\u00f6rderung von Open Science zu finden. <\/p>\n\n<p>Der Aufruf zur Teilnahme an der Mutual Learning Exercise (MLE) brachte 13 L\u00e4nder zusammen: Armenien, \u00d6sterreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Lettland, Litauen, Moldawien, Portugal, Slowenien, Schweden und die Schweiz. Die Teilnehmenden fokussierten sich auf drei Themen: <\/p>\n<ul>\n<li>Potenzial von Altmetrics zur F\u00f6rderung von Open Science<\/li>\n<li>Anreize und Belohnungen f\u00fcr Forschende, sich an Open-Science-Aktivit\u00e4ten zu beteiligen<\/li>\n<li>Leitlinien f\u00fcr die Entwicklung und Umsetzung nationaler Politiken f\u00fcr Open Science<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Bericht zeigt, dass jedes Land ganz andere Ausgangsbedingungen f\u00fcr Open Science hat. Aufgrund dieser Vielfalt erscheint es notwendig, mit modularen Ans\u00e4tzen f\u00fcr Open Science zu arbeiten, die die nationalen Kontexte und Forschungskulturen ber\u00fccksichtigen.  <\/p>\n<h4>Lehren aus der Mutual Learning Exercise<\/h4>\n<p>Wie im Bericht festgestellt wurde, waren sich die MLE-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer darin einig, dass die Umsetzung einer offenen Wissenschaft einen systemischen und umfassenden Wandel in der Steuerung und Bewertung von Wissenschaft erfordert, insbesondere in den Anreiz- und Belohnungssystemen. Derzeit werden vor allem Quantit\u00e4t, Schnelligkeit und Patentierbarkeit belohnt. Altmetrics haben das Potenzial, eine solche Ver\u00e4nderung zu f\u00f6rdern, da sie eine breitere Sicht auf den Impact und die Art und Weise, wie er entsteht, einbeziehen k\u00f6nnen. Somit k\u00f6nnen Altmetrics helfen, sich von den traditionellen Indikatoren zu l\u00f6sen. Gleichwohl m\u00fcssen noch einige inhaltliche Fragen zum Einsatz von Altmetrics beantwortet werden. <\/p>\n<p>Derzeit werden in den teilnehmenden L\u00e4ndern nur wenige Arten von Anreizen und Belohnungen f\u00fcr eine offene Wissenschaft eingesetzt. Dar\u00fcber hinaus identifizierten die Teilnehmer die Notwendigkeit, unterschiedliche Anreize f\u00fcr verschiedene Stakeholder zu entwickeln. Da die Unterst\u00fctzungs- und Evaluierungsstrukturen es den Forschenden erschweren, offene wissenschaftliche Praktiken anzuwenden, ist ein breiter institutioneller Wandel erforderlich. Er sollte radikale Ver\u00e4nderungen in den Einstellungs- und Bef\u00f6rderungsverfahren beinhalten.<\/p>\n<p>Bisher haben sich die meisten Geldgeber auf die Implementierung von Open Access konzentriert, insbesondere auf die Open Access-Archivierung. In Gro\u00dfbritannien, den Niederlanden und Moldawien ist zum Beispiel die offene Archivierung f\u00fcr Publikationen, die im Rahmen staatlicher Bewertungsverfahren gez\u00e4hlt werden sollen, obligatorisch geworden, was dazu f\u00fchrt, dass die meisten Universit\u00e4ten eigene Repositorien entwickeln. Bislang ist die Mehrheit der europ\u00e4ischen Geldgeber eher z\u00f6gerlich, Open-Access-Publikationen als obligatorisch zu deklarieren. Diese Situation l\u00e4sst sich zum Teil durch ungel\u00f6ste Fragen in Zusammenhang mit den Kosten und durch anhaltende Streitigkeiten mit Verlagen und anderen Interessensgruppen erkl\u00e4ren. <\/p>\n<h4>Aufruf der Kommission zum Handeln \u2013 Nationale Agenden zu Open Science<\/h4>\n<p>Die Teilnehmenden waren sich weitgehend einig, dass nationale Agenden zu Open Science f\u00fcr die Entwicklung und Koordinierung von Strategien zur Umsetzung durch F\u00f6rderorganisationen, Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und Verlage von entscheidender Bedeutung sind. Dies gilt insbesondere f\u00fcr L\u00e4nder, in denen der Staat eine bedeutende Rolle bei der Verwaltung von Forschungseinrichtungen spielt, wie zum Beispiel Kroatien, Lettland, Slowenien, Moldawien und Italien.<\/p>\n<p>In stark f\u00f6deralen L\u00e4ndern haben Forschungseinrichtungen tendenziell einen h\u00f6heren Grad an Autonomie gegen\u00fcber der Zentralregierung und spielen somit eine wichtige Rolle bei der F\u00f6rderung offener wissenschaftlicher Entwicklungen auf nationaler Ebene. Aber auch in diesen L\u00e4ndern (zum Beispiel Schweden und den Niederlanden) sowie in eher dezentralen Bottom-up-Systemen wie in der Schweiz erleichtert das Vorhandensein einer nationalen Agenda die Koordination zwischen den Akteuren. <\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Berichts &#8220;Mutual Learning Exercise &#8211; Open Science: Altmetrics and Rewards&#8221; passen gut zu der am selben Tag ver\u00f6ffentlichten Empfehlung der Kommission \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.ec.europa.eu\/digital-single-market\/en\/news\/recommendation-access-and-preservation-scientific-information\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zugang zu und die Erhaltung von wissenschaftlichen Informationen<\/a>. <\/p>\n\n<p>Damit versucht die Kommission, die Agenda so zu gestalten, dass die verschiedenen Mitgliedstaaten innerhalb der n\u00e4chsten 18 Monate erste nationale Open Science-Agenden erstellen. Enthalten sind weitere Einzelheiten dar\u00fcber, wie die Forschungs- und Karrierebewertungssysteme durch die Einf\u00fchrung zus\u00e4tzlicher Indikatoren und Metriken bereichert werden k\u00f6nnen, die die Bewertung der Offenheit, einschlie\u00dflich \u2013 aber nicht nur \u2013 der breiteren sozialen Auswirkungen der Forschung und auf der individuellen Ebene eines Forschers, beinhalten<\/p>\n<h4>Die entscheidende Rolle der Bibliotheken<\/h4>\n<p>Der Bericht zeigt auch, dass Bibliotheken eine wichtige Rolle bei der F\u00f6rderung von Open Science und bei der Entwicklung nationaler Open Science-Agenden in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern spielen. Hier einige Beispiele aus dem Bericht.     <\/p>\n<p><b>\u00d6sterreich<\/b><\/p>\n<p>In \u00d6sterreich hat das Bundesministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) die Initiative <a href=\"http:\/\/www.at2oa.at\/home.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8220;Austrian Transition to Open Access &#8211; AT2OA&#8221;<\/a> durch die F\u00f6rderung von 21 Universit\u00e4ten zur Erarbeitung einer nationalen Open Access-Strategie unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Das \u00d6sterreichische Akademische Bibliothekskonsortium (KEM\u00d6) und der Wissenschaftsfonds (FWF) waren Vorreiter bei der Aushandlung von Open Access-Vertr\u00e4gen mit Verlagen, und erst k\u00fcrzlich wurde der weltweit erste Vertrag unterzeichnet, der alle Kosten, Konditionen und Leistungen vollst\u00e4ndig transparent macht. Der Wissenschaftsfonds (FWF) hat eine verpflichtende Open Access-Politik f\u00fcr Publikationen, die auch Monographien umfasst, und zu den wirkungsvollsten Verpflichtungen durch F\u00f6rderorganisationen weltweit z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><b>Belgien<\/b><\/p>\n<p>In Belgien gibt es ein f\u00f6derales offenes Wissenschaftsmandat, das vom belgischen Amt f\u00fcr Wissenschaftspolitik (BELSPO) koordiniert wird. Dies beschr\u00e4nkt sich jedoch auf die staatlich gef\u00fchrten Forschungsinstitute. Universit\u00e4ten und verschiedene andere Forschungseinrichtungen werden auf regionaler Ebene geleitet und sind nicht Teil der Bundespolitik. In der Bibliothek der Universit\u00e4t Gent wurde ein <a href=\"https:\/\/www.openaire.eu\/contact-noads\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">National Open Access Desk<\/a> (NOAD) eingerichtet.<\/p>\n<p><b>Lettland<\/b><\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.biblioteka.lu.lv\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bibliothek der Universit\u00e4t Lettland <\/a> hat begonnen, die Open Access-Bewegung in Lettland zu unterst\u00fctzen. Die Bibliothek verbreitet zudem aktiv Informationen \u00fcber den freien Zugang zu Wissenschaft und Forschung. Sie hat sich zu einem der wichtigsten Informationszentren und Vorreiter bei der F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung von Open Access-Initiativen in Lettland entwickelt und ermutigt andere akademische Einrichtungen, sich an Open-Access-Aktivit\u00e4ten zu beteiligen. <\/p>\n<p><b>Schweden<\/b><\/p>\n<p>Schweden ist dabei, seine nationale Open Science-Agenda fertigzustellen. Die Schwedische Nationalbibliothek und der Schwedische Forschungsrat haben den Auftrag erhalten, Open Access zu Publikationen und Forschungsdaten auf nationaler Ebene zu koordinieren. Die <a href=\"http:\/\/www.kb.se\/openaccess\/Hjalptexter\/English\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schwedische Nationalbibliothek<\/a> ist seit 2006 der Motor f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Open Access in Schweden. Mit dieser neuen nationalen Koordinierungsaufgabe hat die Nationalbibliothek \u00fcber einen Beirat eine Reihe von Arbeitsgruppen eingesetzt, die die im Entwurf f\u00fcr nationale Leitlinien aufgezeigten Probleme und Hindernisse weiter untersuchen sollen. Ziel ist es, Empfehlungen an die Beratergruppe und die Nationalbibliothek zu richten, die wiederum Empfehlungen an die Regierung aussprechen. <\/p>\n<p><b>Schweiz<\/b><\/p>\n<p>In der Schweiz hat der Bund den Schweizerischen Universit\u00e4ten in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds SNF einfach den Auftrag erteilt, eine nationale <a href=\"http:\/\/www.snf.ch\/de\/derSnf\/forschungspolitische_positionen\/open_access\/Seiten\/default.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Open Access-Strategie<\/a> zu entwickeln. Der SNF spielt auch eine f\u00fchrende Rolle, indem er die Debatte um Open Access und Open Data f\u00f6rdert, nicht zuletzt durch die Unterst\u00fctzung der Entwicklung der Nationalen Open-Access-Strategie und die Forderung nach Datenmanagementpl\u00e4nen (DMPs) f\u00fcr alle ab Oktober 2017 gef\u00f6rderten Projekte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umsetzung von Open Science erfordert einen Wandel im System und kann durch nationale Open-Science-Strategien unterst\u00fctzt werden. 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