{"id":34350,"date":"2019-02-27T14:24:25","date_gmt":"2019-02-27T14:24:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu?p=34350"},"modified":"2021-03-24T13:51:24","modified_gmt":"2021-03-24T13:51:24","slug":"zukunftsreport-wer-kann-das-wissenschaftssystem-transformieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2019\/02\/zukunftsreport-wer-kann-das-wissenschaftssystem-transformieren\/","title":{"rendered":"Zukunftsreport: Wer kann das Wissenschaftssystem transformieren?"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:3217,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/publications.europa.eu\\\/en\\\/publication-detail\\\/-\\\/publication\\\/464477b3-2559-11e9-8d04-01aa75ed71a1&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20190821031540\\\/https:\\\/\\\/publications.europa.eu\\\/en\\\/publication-detail\\\/-\\\/publication\\\/464477b3-2559-11e9-8d04-01aa75ed71a1&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 05:58:45&quot;,&quot;http_code&quot;:200},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-17 23:28:47&quot;,&quot;http_code&quot;:200},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-24 02:44:34&quot;,&quot;http_code&quot;:200},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 07:28:40&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 07:28:40&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:3218,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/olh.openlibhums.org\\\/articles\\\/10.16995\\\/olh.72&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20210302112634\\\/https:\\\/\\\/olh.openlibhums.org\\\/articles\\\/10.16995\\\/olh.72\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 05:59:03&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 05:59:03&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:3219,&quot;href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.sfdora.org&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260302142332\\\/https:\\\/\\\/sfdora.org\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 05:59:15&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 18:31:13&quot;,&quot;http_code&quot;:206}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 18:31:13&quot;,&quot;http_code&quot;:206},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:2815,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.leidenmanifesto.org&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260302173620\\\/https:\\\/\\\/www.leidenmanifesto.org\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-14 03:37:41&quot;,&quot;http_code&quot;:206},{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 18:31:16&quot;,&quot;http_code&quot;:206}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-03-29 18:31:16&quot;,&quot;http_code&quot;:206},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:3220,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/ec.europa.eu\\\/transparency\\\/regexpert\\\/index.cfm?do=groupDetail.groupDetail&amp;groupID=3463&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p>Der Bericht <a href=\"https:\/\/publications.europa.eu\/en\/publication-detail\/-\/publication\/464477b3-2559-11e9-8d04-01aa75ed71a1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8220;Future of scientific publishing and scientific communication &#8211; Report of the expert group to the European Commission&#8221;<\/a> wurde Ende Januar 2019 ver\u00f6ffentlicht. Er analysiert vergangene Entwicklungen sowie den Stand der wissenschaftlichen Kommunikation und des Publizierens in der heutigen Zeit mit Schwerpunkt auf Zeitschriften und Artikeln. <\/p>\n\n<p>Die Autorinnen und Autoren des Berichts schlagen zehn Prinzipien vor, die eine Vision f\u00fcr die wissenschaftliche Kommunikation f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn bis 15 Jahre bilden. Dar\u00fcber hinaus nutzen sie diese zehn Prinzipien, um Defizite des derzeitigen Wissenschaftssystems zu identifizieren. Auf dieser Grundlage formulieren sie Empfehlungen an die Hauptakteure, wie die gefundenen Defizite \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Grundprinzipien der wissenschaftlichen Kommunikation <\/h4>\n<p>Die Autorinnen und Autoren des Reports stellen fest, dass trotz tiefgreifender Ver\u00e4nderungen im Umfeld, die sich auch auf das wissenschaftliche Publizieren ausgewirkt haben, der Prozess selbst ziemlich stabil geblieben ist. Dazu geh\u00f6ren vier Schl\u00fcsselfunktionen, die seit dem 17. Jahrhundert mehr oder weniger unver\u00e4ndert geblieben sind: Registrierung (Attribution), Zertifizierung (Peer Review), Verbreitung (Distribution, Zugriff), Bewahrung (wissenschaftliches Ged\u00e4chtnis und Langzeitarchivierung). In den letzten Jahrzehnten war die Evaluation, insbesondere in Form des Journal Impact Factor (JIF), auch eine stark mit dem wissenschaftlichen Publizieren verbundene Funktion, wird aber immer mehr in Frage gestellt. So spielt das von Verlagen dominierte wissenschaftliche Publizieren (als formalisierte Teilmenge der wissenschaftlichen Kommunikation) nach wie vor eine gro\u00dfe Rolle in der wissenschaftlichen Kommunikation im Allgemeinen. Digitale Technologien er\u00f6ffnen v\u00f6llig neue Wege f\u00fcr die wissenschaftliche Kommunikation im Sinne jeder Form des Austauschs, der von Forschenden zur Erarbeitung von Wissen genutzt wird. Aber ihr Potenzial wird derzeit kaum genutzt. Neue Technologien und Services erm\u00f6glichen es den Forschenden, nicht nur die Kontrolle \u00fcber Teile der wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung (zum Beispiel Registrierung und Verbreitung) zur\u00fcckzugewinnen, sondern auch den Forschungszyklus zu \u00f6ffnen und ein viel breiteres Spektrum an Aktivit\u00e4ten der wissenschaftlichen Kommunikation anzuwenden. <\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang schlug die Expertengruppe eine Reihe von Schl\u00fcsselprinzipien zur Charakterisierung und F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Kommunikation vor, die auch dazu beitragen k\u00f6nnen, ein effektives Weltged\u00e4chtnis zu erreichen: <\/p>\n<ol>\n<li> Maximierung des Zugangs<\/li>\n<li>Maximierung der Benutzerfreundlichkeit<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung eines wachsenden Spektrums wissenschaftlicher Beitr\u00e4ge<\/li>\n<li>eine verteilte, offene Infrastruktur<\/li>\n<li>Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusivit\u00e4t<\/li>\n<li>Community-Bildung<\/li>\n<li>F\u00f6rderung hochqualitativer Forschung und ihrer Integrit\u00e4t<\/li>\n<li>Erleichterung der Bewertung<\/li>\n<li> F\u00f6rderung von Flexibilit\u00e4t und Innovationen<\/li>\n<li>Kosteneffizienz<\/li>\n<\/ol>\n<h4>Aktuelle Defizite des wissenschaftlichen Kommunikationssystems<\/h4>\n<p>Als aktuelle M\u00e4ngel des Systems der wissenschaftlichen Kommunikation listet der Bericht auf: <\/p>\n<ul>\n<li>Open Access ist noch lange nicht am Ziel angekommen, 100% an offenen Publikationen zu erreichen. Dar\u00fcber hinaus ist die Nutzung selbst bei Open-Access-Publikationen oft aufgrund unklarer oder fehlender Zugriffslizenzen auf Inhalte eingeschr\u00e4nkt.<\/li>\n<li>Technisch gesehen wird das Publikationssystem immer noch vom traditionellen Artikel dominiert, oft im PDF-Format. Auch die Interoperabilit\u00e4t der Plattformen bleibt aufgrund des Wettbewerbs zwischen den Verlagen begrenzt. <\/li>\n<li>Der Wettbewerb, der um Rankings und den Impact-Faktor entfacht ist, versch\u00e4rft strukturelle Ungleichheiten (wie Geld, Ressourcen, Prestige). Dies ist insofern bemerkenswert, als dass viele Studien feststellt haben, dass solche Metriken zu simpel sind und sogar den Forschungsprozess deformieren k\u00f6nnen. <\/li>\n<li>Verschiedene Formen von Verz\u00f6gerungen (Peer Review, Embargos) behindern den Aufbau von Communities in der Forschung. Im Hinblick auf den Zertifizierungsprozess (Peer Review) wird er zunehmend f\u00fcr Verzerrungen, Intransparenz und andere M\u00e4ngel kritisiert. <\/li>\n<li>Da kommerzielle Unternehmen neue Technologien eher als Wettbewerbsfaktoren betrachten, werden Fragmentierung und Lock-in-Taktiken bevorzugt. <\/li>\n<li>Dem Zeitschriftenmarkt selbst fehlt es an Transparenz in Bezug auf die Produktionskosten und Preisgestaltung. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der Grundlage der Analyse dieser Defizite werden Empfehlungen f\u00fcr die wichtigsten Akteure des wissenschaftlichen Kommunikationssystems ausgesprochen. <\/p>\n<h4>Empfehlungen f\u00fcr Forschende<\/h4>\n<p>Forscherinnen und Forscher stehen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen \u00d6kosystems. Sie haben zwei verschiedene Rollen: als Informationssuchende auf der einen Seite und als Statussuchende auf der anderen Seite. Als Statussuchende werden sie stark vom Belohnungssystem, den Instrumenten zur Bewertung ihrer Arbeit und dem damit verbundenen Wettbewerb beeinflusst, w\u00e4hrend diese gleichzeitig die f\u00fcr die F\u00f6rderung der Forschung erforderliche Zusammenarbeit behindern. Deshalb m\u00fcssen Forschende Wege finden, um Konkurrenz mit Kooperation und Zusammenarbeit in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Um die derzeitigen M\u00e4ngel des Systems zu \u00fcberwinden, sollten sich Forschende und Forschungscommunities bei der Teilnahme an der Forschungsbewertung auf den Nutzen und die Auswirkungen der Arbeit der Forscher konzentrieren, anstatt (journal-basierte) Metriken zu verwenden. Sie sollten die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, alle Forschungsergebnisse offen zug\u00e4nglich, auffindbar und wiederverwertbar zu machen. Dar\u00fcber hinaus sollten sie das Bewusstsein und das Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die Auswirkungen des Verhaltens bei der Wahrnehmung von Rollen als Autoren, Gutachterinnen und Mitglieder von Entscheidungsgruppen st\u00e4rken. Damit wird auch der Notwendigkeit Rechnung getragen, eine ausgewogene und vielf\u00e4ltige Vertretung (in Bezug auf Geschlecht, Geographie und Karrierestufe) anzustreben, zum Beispiel bei der Suche nach Kooperationen, der Organisation von Konferenzen und der Einberufung von Aussch\u00fcssen. Sie sollten auch zu einer st\u00e4rkeren Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung der Peer-Review-Arbeit als zentrale Forschungsaufgabe beitragen und mehr Transparenz f\u00f6rdern. Forschungscommunities, zum Beispiel Fachgesellschaften, sollten Strategien und Praktiken entwickeln, die zur Vision der wissenschaftlichen Kommunikation beitragen. Sie sollten ihre Forschenden zur Bedeutung und Verantwortung f\u00fcr die Wissensvermittlung trainieren. <\/p>\n<h4>Empfehlungen f\u00fcr Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen<\/h4>\n<p>Universit\u00e4ten und Forschungszentren haben zum Ziel, die Forschung und die Verbreitung von Wissen zu f\u00f6rdern. Sie werden jedoch auf verschiedene Weise finanziert und ihre Finanzierung steht im Zusammenhang mit Bewertungen und Rankings. Dies f\u00fchrt dazu, dass sich viele Institutionen um bessere nationale und internationale Rankings bem\u00fchen. So arbeiten Universit\u00e4ten und andere Forschungseinrichtungen zusammen und konkurrieren gleichzeitig miteinander. Ihre Forschungsergebnisse offen verf\u00fcgbar, auffindbar und wiederverwendbar zu haben, kommt den Forschungsinstitutionen zugute, und sie verf\u00fcgen auch \u00fcber die F\u00e4higkeit, ihr internes Verg\u00fctungssystem und ihre Anreize zu \u00e4ndern, Bereiche die die gr\u00f6\u00dften Auswirkungen zur F\u00f6rderung des Wandels haben. Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen sollten daher Richtlinien und Praktiken entwickeln, die sicherstellen, dass alle Forschungsbeitr\u00e4ge nach vereinbarten Communitystandards offen verf\u00fcgbar, auffindbar und wiederverwendbar gemacht werden. Sie sollten Plattformen w\u00e4hlen, die auf freier oder quelloffener Software aufbauen, offene Daten unterst\u00fctzen und nach M\u00f6glichkeit offene Standards verwenden. Sie sollten auch die Rolle ihrer Bibliotheken als Zugangspunkte zu Wissen und wichtige Akteure in Bezug auf wissenschaftliche Kommunikation und Publikation unterst\u00fctzen sowie bei der Forschungsevaluierung ein breites Spektrum wissenschaftlicher Beitr\u00e4ge ber\u00fccksichtigen. Das Streben nach einer ausgewogenen und vielf\u00e4ltigen Repr\u00e4sentanz verschiedener Gruppen geh\u00f6rt auch zu ihren Aufgaben bei Einstellungen, der Suche nach Kooperationen, bei der Suche nach Redakteurinnen und Redakteuren und Peer-Reviewern und so weiter. Bei Verhandlungen mit Serviceprovidern sollten sie Geheimhaltungsklauseln ablehnen und auf Klauseln zur Kosten- und Preiskontrolle sowie zur Compliance-\u00dcberwachung bestehen. <\/p>\n<h4>Empfehlungen f\u00fcr Forschungsf\u00f6rderer und politische Entscheidungstr\u00e4ger<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend der Bewertung von F\u00f6rderantr\u00e4gen werden Forschungsf\u00f6rderer und politische Entscheidungstr\u00e4ger oft in die Bewertung von Forschungseinrichtungen einbezogen. Diese Bewertungen, die in der Regel auf messbaren Leistungen basieren, versch\u00e4rfen den Wettbewerb. Da sie selbst die quantitativen Parameter solcher Evaluationen festlegen, haben Forschungsf\u00f6rderer einen starken Einfluss auf alle Funktionen der wissenschaftlichen Kommunikation und besitzen damit die Kraft, den Wandel zu f\u00f6rdern, da sie momentan die st\u00e4rksten Akteure des Wandels sind. Zu diesem Zweck sollten Forschungsf\u00f6rderer und politische Entscheidungstr\u00e4ger Strategien und Finanzierungsmechanismen entwickeln, die geeignet sind, alle von ihnen finanzierten Forschungsbeitr\u00e4ge uneingeschr\u00e4nkt allen zug\u00e4nglich zu machen. Sie sollten auch sicherstellen, dass bei der Bewertung von Forschenden  ihr breites Spektrum von Forschungsbeitr\u00e4gen und -aktivit\u00e4ten ber\u00fccksichtigt wird. Ihre Finanzierungsmechanismen sollten die Entwicklung und den langfristigen Betrieb offener, miteinander verbundener und verteilter wissenschaftlicher Publikationsinfrastrukturen unterst\u00fctzen. Dar\u00fcber hinaus sollten sie die globalen Auswirkungen der F\u00f6rderpolitik auf die Vielfalt und Einbeziehung der Forschung reflektieren. Forschungsf\u00f6rderer und politische Entscheidungstr\u00e4ger sollten auch mit den anderen Schl\u00fcsselakteuren des Wissenschaftssystems zusammenarbeiten, um die Gesamtkosten von Open Science transparent zu machen. <\/p>\n<h4>Empfehlungen f\u00fcr Verlage und andere Serviceanbieter<\/h4>\n<p>Sowohl kommerzielle als auch gemeinn\u00fctzige Verlage konkurrieren miteinander und sind derzeit die wichtigsten Dienstleister f\u00fcr alle Schl\u00fcsselfunktionen der wissenschaftlichen Kommunikation f\u00fcr die anderen Schl\u00fcsselakteure des Wissenschaftssystems. Verlage haben die M\u00f6glichkeit und sollten sie nutzen, um an neuen Bewertungssystemen zu arbeiten, werden dies aber wahrscheinlich nur dann tun wollen, wenn sie einen wirtschaftlichen Mehrwert sehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"563\" class=\"alignleft size-full wp-image-33135\" srcset=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog.png 1000w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-300x169.png 300w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-768x432.png 768w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-860x484.png 860w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-680x383.png 680w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-500x282.png 500w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-400x225.png 400w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-250x141.png 250w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-200x113.png 200w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-100x56.png 100w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-76x43.png 76w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PublicData...-Bilder-MTBlog-50x28.png 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/> Lawson, S., Gray, J. and Mauri, M., 2016. Opening the Black Box of Scholarly Communication Funding: A Public Data Infrastructure for Financial Flows in Academic Publishing. Open Library of Humanities, 2(1), p.e10., <a href=\"https:\/\/olh.openlibhums.org\/articles\/10.16995\/olh.72\/\" target=\"-blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DOI<\/a><\/p>\n<p>Verlage und andere Dienstleister sollten so schnell wie m\u00f6glich Pl\u00e4ne f\u00fcr den \u00dcbergang zu umfassendem Open Access machen. Sie sollten interoperable Tools und Services unterst\u00fctzen, um den Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen und deren Wiederverwertbarkeit zu erleichtern, aber auch innovative Interventionen neuer Marktteilnehmer f\u00f6rdern. Als Schl\u00fcsselakteure sollten sie auch auf eine Vielfalt der Personen, die mit Publikationen arbeiten, hinwirken. Sie sollten Transparenz und Rechenschaftspflicht bei Peer Review sowie bei den Ver\u00f6ffentlichungsgeb\u00fchren f\u00f6rdern und so die Entwicklung eines transparenten und kosteng\u00fcnstigen Marktes erm\u00f6glichen. <\/p>\n<h4>Empfehlungen f\u00fcr Praktiker, P\u00e4dagoginnen, Sch\u00fcler und andere soziale Gruppen<\/h4>\n<p>Akteure mit einem beruflichen oder pers\u00f6nlichen Interesse an der Forschung (zum Beispiel Patienten, Beamtinnen, B\u00fcrger, die an einem bestimmten Thema beteiligt sind, und viele mehr) werden in diese heterogene Gruppe, die breite Gesellschaft insgesamt, einbezogen. Diese Gruppe sollte bei der Festlegung von Forschungspriorit\u00e4ten mitwirken und kann auch an bestimmten Arten von Forschungsprojekten teilnehmen (etwa Datenerhebungen via Crowdsourcing).<\/p>\n<p>Praktikerinnen, P\u00e4dagogen und andere gesellschaftliche Gruppen sollten den freien Zugang zu \u00f6ffentlich finanzierten Forschungsergebnissen und das Recht auf deren Wiederverwendung  anstreben und organisieren. Zu diesem Zweck sollten sie sich an Geldgeber, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungstr\u00e4ger wenden und auf die Entwicklung neuer Kommunikationskan\u00e4le, neuer Formen der Co-Kreation, die Mitplanung von Forschung auf Basis von Fragen der Bev\u00f6lkerung insgesamt hinarbeiten. <\/p>\n<h4>Evaluierungssystem als wichtigstes Element des Forschungssystems<\/h4>\n<p>Der Report kommt zu dem Schluss, dass das Bewertungssystem das wichtigste strukturelle Element des derzeitigen Forschungs\u00f6kosystems ist. In einer wettbewerbsorientierten Atmosph\u00e4re kann leicht vergessen werden, dass Forschungsbeitr\u00e4ge ein \u00f6ffentliches Gut darstellen, und die Arbeit an den Prinzipien und Visionen der wissenschaftlichen Kommunikation und des Publizierens kommt leicht zu kurz. Das ist ein Grund daf\u00fcr, dass die digitalen Technologien in den letzten 25 bis 30 Jahren so wenig dazu beigetragen haben, ihre Versprechen zu erf\u00fcllen, und Zeitschriftenartikel immer noch das System dominieren. In diesem Zusammenhang sollten die Empfehlungen von <a href=\"https:\/\/www.sfdora.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8220;DORA&#8221;<\/a> (San Francisco Declaration on Research Assessment) und <a href=\"http:\/\/www.leidenmanifesto.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8220;Leiden Manifesto&#8221;<\/a> in der Bewertung von Forschungsleistung umgesetzt werden. <\/p>\n<p>Obwohl er nicht f\u00fcr diesen Zweck konzipiert wurde, hat der JIF einen starken Einfluss auf die Forschenden, wenn es darum geht, zu entscheiden, was sie lesen, zu welchen Themen sie forschen und wo sie ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlichen. Er kann auch die Ver\u00f6ffentlichung beispielsweise sehr innovativer Artikel behindern, da Redakteurinnen und Peer-Reviewer mit der Suche nach Zitationen auf der einen Seite und dem Streben nach Qualit\u00e4t auf der anderen Seite konfrontiert werden. So hat der JIF laut Bericht eine ungesunde Macht \u00fcber das Forschungssystem. Aber die Abschaffung seines universellen Einsatzes w\u00fcrde eine ganze Reihe von Herausforderungen f\u00fcr die verschiedenen Akteure und ihre Bewertungsrituale mit sich bringen.  <\/p>\n<p>Aus dem Wissenschaftssystem heraus stehen nur F\u00f6rderorganisationen etwas au\u00dferhalb der Reichweite des JIF, da sie selbst nicht danach bewertet werden. Da sie auch einen gro\u00dfen Teil der Forschungsmittel kontrollieren, k\u00f6nnen die F\u00f6rderorganisationen von der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Unabh\u00e4ngigkeit des Forschungssystems profitieren und sollten eine F\u00fchrungsrolle bei der Verbesserung des wissenschaftlichen Kommunikations- und Publikationssystems \u00fcbernehmen. Nur sie haben die Macht, alle wichtigen Akteure des \u00d6kosystems der wissenschaftlichen Kommunikation zusammenzubringen (im besten Fall), um gemeinsam an der Zukunft des offenen wissenschaftlichen Publizierens und der wissenschaftlichen Kommunikation zu arbeiten. Immer mit Blick auf ihre Kernaufgabe: &#8220;Wissen zu f\u00f6rdern und das \u00f6ffentliche Wohlergehen zu verbessern.&#8221; <\/p>\n<p><b> Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regexpert\/index.cfm?do=groupDetail.groupDetail&#038;groupID=3463\" target=\"_link\" rel=\"noopener noreferrer\">Expert Group der Europ\u00e4ischen Kommission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/publications.europa.eu\/en\/publication-detail\/-\/publication\/464477b3-2559-11e9-8d04-01aa75ed71a1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Future of scholarly publishing and scholarly communication Report of the Expert Group to the European Commission<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.sfdora.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">DORA<\/a> (San Francisco Declaration on Research Assessment)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.leidenmanifesto.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leiden Manifesto<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Report \u00fcber die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens und der wissenschaftlichen Kommunikation befasst sich mit Schl\u00fcsselprinzipien und aktuellen Defiziten des wissenschaftlichen \u00d6kosystems. In ihm werden die wichtigsten Akteure identifiziert und Empfehlungen f\u00fcr ihre k\u00fcnftige Rolle gegeben. Der Bericht untersucht den nach wie vor vorherrschenden Einfluss des Journal Impact Factor auf die Evaluierung von Forschungsergebnissen, unterstreicht die Bedeutung von Anreizen zur F\u00f6rderung von Ver\u00e4nderungen und hebt die Rolle der Forschungsf\u00f6rderer als die m\u00e4chtigsten Change Agents im System hervor.  <\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":34982,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_has_post_settings":[],"footnotes":""},"categories":[1146,1147],"tags":[1352,1385,1267,2063,1674,1675,1456],"hashtags":[],"class_list":["post-34350","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-open-access-de","category-open-science-de","tag-europaische-kommission","tag-future-reports-de","tag-kollaboration-de","tag-reporte-de","tag-wissenschaftliche-kommunikation","tag-wissenschaftliche-publikationen-de","tag-zeitschriften-de"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34350"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34350\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36613,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34350\/revisions\/36613"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34350"},{"taxonomy":"hashtags","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/hashtags?post=34350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}