{"id":1865,"date":"2011-09-03T14:56:49","date_gmt":"2011-09-03T14:56:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/?p=1865"},"modified":"2011-09-03T14:56:49","modified_gmt":"2011-09-03T14:56:49","slug":"intelligente-labels-wie-bibliotheken-von-rfid-und-nfc-profitieren-konnen-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2011\/09\/intelligente-labels-wie-bibliotheken-von-rfid-und-nfc-profitieren-konnen-interview\/","title":{"rendered":"Intelligente Labels: Wie Bibliotheken von RFID (und NFC) profitieren k\u00f6nnen [Interview]"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:6935,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.nxp.com&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:6936,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/dcmaster\\\/5956954886&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260407100106\\\/https:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/dcmaster\\\/5956954886&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/dcmaster\\\/5956954886&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:6937,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/midnightcomm\\\/171587228\\\/sizes\\\/m\\\/in\\\/photostream&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260309121420\\\/https:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/midnightcomm\\\/171587228\\\/sizes\\\/m\\\/in\\\/photostream&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 09:57:25&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 09:57:25&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:6938,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/denverjeffrey\\\/4874259704\\\/sizes\\\/m\\\/in\\\/photostream&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260309121432\\\/https:\\\/\\\/www.flickr.com\\\/photos\\\/denverjeffrey\\\/4874259704\\\/sizes\\\/m\\\/in\\\/photostream&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 09:57:29&quot;,&quot;http_code&quot;:200}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 09:57:29&quot;,&quot;http_code&quot;:200},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p>Diebstahlschutz, Ausleihhilfe und Unterst\u00fctzung beim Service: RFID boomt in der Bibliothekszene und auch die ZBW ist derzeit mit der Implementierung von Labels und Leseger\u00e4ten besch\u00e4ftigt. Dennoch scheinen viele Fragen offen: Wie sehen optimale Anwendungsszenarien aus? Welche Rolle spielt k\u00fcnftig NFC und macht die Technologie den Menschen \u00fcberfl\u00fcssig?<\/p>\n<p>Um Dinge wie diese zu kl\u00e4ren, habe ich ein Interview mit Kurt Bischof gef\u00fchrt, Marketing Manager bei <a href=\"http:\/\/www.nxp.com\" target=\"_blank\">NXP<\/a>. Das niederl\u00e4ndische Halbleiter-Unternehmen stellt unter anderem Chips her, die sp\u00e4ter die RFID-Kommunikation zwischen Label und System erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><b>Herr Bischof, wie verbreitet ist heute RFID in Bibliotheken?<\/b><\/p>\n<p>Es gibt keine konkreten Zahlen, aber einige Anhaltspunkte. K\u00fcrzlich hat ein gro\u00dfer Systemintegrator f\u00fcr RFID f\u00fcr Bibliotheken bekannt gegeben, dass bis heute rund 4.000 Bibliotheken weltweit sein Angebot nutzen. Die Gesamtzahl der teilnehmenden Einrichtungen liegt also noch wesentlich dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Wir sind schon lange in dem Markt vertreten und haben dar\u00fcber hinaus einmal versucht, die Anzahl der getaggten B\u00fccher zu ermitteln und sind gesch\u00e4tzt auf etwa eine Milliarde B\u00fccher gekommen \u2013 das kann variieren, aufgrund der Lieferketten und so weiter \u2013 doch dies ist die Gr\u00f6\u00dfenordnung. Das entspricht weniger als zehn Prozent aller B\u00fccher, die weltweit in Bibliotheken stehen. In manchen L\u00e4ndern ist man hier aktiver, in anderen passiert derzeit noch wenig.<\/p>\n<p><b>Wissen Sie, wer Vorreiter ist und wo Deutschland bei der Entwicklung steht?<\/b><\/p>\n<p>Betrachtet man nur allein die Verbreitungsrate von RFID in Bibliotheken, dann sind England und Holland mit fast 100% Adaptionsrate am weitesten fortgeschritten. Unseren Sch\u00e4tzungen zufolge wird hingegen in Deutschland bei ca. zehn Prozent der Bibliotheken RFID-Technologie eingesetzt: Hier sind es vor allem die gro\u00dfen Einrichtungen, die mit der Einf\u00fchrung begonnen haben und diese sind zum Teil extrem zukunftsweisend.<\/p>\n<p>Als Musterbeispiel gilt die M\u00fcnchner Stadtbibliothek, welche fast schon als globaler Treffpunkt f\u00fcr RFID-interessierte Bibliothekare bezeichnet werden kann.<\/p>\n<p>Weltweit gesehen gibt es starke Entwicklungen in China, wo die RFID-Einf\u00fchung durch die Regierung unterst\u00fctzt wird. In S\u00fcdamerika aber auch einigen L\u00e4ndern Asiens wird oft noch gez\u00f6gert. Die USA sind sehr aktiv \u2013 die ALA (American Library Association) veranstaltet j\u00e4hrlich eine gro\u00dfe Konferenz inklusive Ausstellung, auf der die letzten Neuerungen im RFID Bereich pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/xfxIIbpOH84?rel=0\" width=\"600\" height=\"480\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><b>H\u00e4ufig werden heute die Begriffe RFID und NFC synonym gebraucht. Worin besteht aber tats\u00e4chlich der Unterschied?<\/b><\/p>\n<p>NFC hei\u00dft &#8220;Near Field Communication&#8221;. Die Technologie hat sich aus einem Standard heraus entwickelt, der zun\u00e4chst im \u00f6ffentlichen Transportwesen eingesetzt wurde: Abwicklung der Bezahlfunktion \u00fcber kontaktlose Tickets. Der Hintergrund von NFC war jedoch die Idee, dass nicht nur das Leseger\u00e4t auf die Karte zugreifen kann, sondern dass beispielsweise zwei elektronische Ger\u00e4te miteinander kommunizieren k\u00f6nnen; etwa zwei Mobiltelefone. Dazu muss der NFC-Chip wahlweise die Funktion von Reader oder Karte \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Genau das leistet NFC. Ein wichtiges Kriterium bei NFC ist, dass die Kommunikation ausschlie\u00dflich auf kurze Entfernung funktioniert und eine aktive und bewusste Handlung des Nutzers voraussetzt.<\/p>\n<p><b>Wie gro\u00df ist eigentlich die Reichweite von NFC? Ein halber Meter?<\/b><\/p>\n<p>Nein, viel geringer: Es beginnt bei einer Ber\u00fchrung, also null Zentimeter und kann bis zu f\u00fcnf Zentimetern reichen. Der Gedanke bei der Entwicklung war &#8220;Touch &amp; Go&#8221;: Das Handy auf ein Terminal legen und wieder wegnehmen. Auf diese Weise wird verhindert, dass es zu zuf\u00e4lligen \u00dcbertragungen kommt.<\/p>\n<p><b>NFC scheint lange Zeit eine Nischentechnologie gewesen zu sein. Woran lag das?<\/b><\/p>\n<p>NFC wurde erst 2002 von NXP und Sony entwickelt und anschlie\u00dfend in vielen Feldversuchen erprobt. Mittlerweile wurde das notwendige NFC-\u00d6kosystem geschaffen. NXPs Zusammenarbeit mit Google hat der Technologie sicherlich einen Schub gegeben: Ende 2010 wurde der komplette NFC-Software Stack als Open Source-L\u00f6sung in Android (Gingerbread) integriert, so dass Ger\u00e4tehersteller und die App Developer Community das Potenzial von NFC ausnutzen k\u00f6nnen. Smartphones k\u00f6nnen die Vorteile dieser Technik mit den passenden Apps jetzt nutzen und \u00fcber NFC den Link zwischen realer und virtueller Welt herstellen.<\/p>\n<p><b>Was f\u00fcr andere Anwendungsmodelle sehen Sie? Zum Beispiel, wenn ich das Stichwort &#8220;QR-Codes&#8221; in den Raum stelle.<\/b><\/p>\n<p>NFC und QR-Codes sind beides Technologien, die heute zum Beispiel bei so genannten Smart Postern zum Einsatz kommen, doch es gibt Unterschiede in der Anwendung: Der QR-Code funktioniert auf rein optischer Basis \u2013 eine Kamera muss ihn also klar auf dem Poster erkennen k\u00f6nnen. Bei NFC kann das Smart Poster Label zum Beispiel auch hinter dem Poster platziert werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1869\" title=\"RFID in Bibliotheken\" src=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0-276x300.jpg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0-276x300.jpg 276w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0-400x435.jpg 400w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0-200x217.jpg 200w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0-50x54.jpg 50w, https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/4874259704_af9031eaf0.jpg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><b>Sprechen wir ein wenig \u00fcber Datenschutz, der nicht nur in Deutschland ein gro\u00dfes Thema ist. RFID-getaggte B\u00fccher, die irgendwelche nutzerrelevanten Daten speichern \u2013 da werden einige nerv\u00f6s.<\/b><\/p>\n<p>Eine gute Frage, das Thema begegnet uns oft. Was vielen dabei nicht bewusst ist: Im Chip selber werden keine konkreten inhaltlichen Daten \u00fcber die B\u00fccher oder gar Daten von Kunden gespeichert. Diese Informationen werden wie zuvor auch in Datenbanken der B\u00fccherei gespeichert und zum Beispiel erst beim Ausleihvorgang abgerufen. Au\u00dferdem haben wir ja noch die beschr\u00e4nkte Reichweite: Die RFID-Gates an den Eing\u00e4ngen, die mit Antennen ausgestattet sind, k\u00f6nnen maximal 90 bis 100 Zentimeter auseinander stehen, um die Signale aufzufangen. Das ist das Maximum. Und diese Gates sind entsprechend gro\u00df und gut sichtbar.<\/p>\n<p><b>Lassen Sie uns zum Schluss noch einmal ein wenig \u00fcber die Trends der Branche sprechen. Welche Rolle wird RFID Ihrer Meinung nach in Zukunft in Bibliotheken spielen?<\/b><\/p>\n<p>Was man schon jetzt als Trend erkennen kann, ist das verst\u00e4rkte Aufkommen von sogenannten Street Libraries. Diese verf\u00fcgen \u00fcber Ausgabeautomaten, die wie ein Getr\u00e4nkeautomat f\u00fcr B\u00fccher funktionieren. Sie werden von den jeweiligen Zentralbibliotheken eingerichtet. Die Automaten werden an gut frequentierten Orten aufgestellt, etwa in U-Bahnstationen usw. Man bestellt sich das Buch oder die DVD \u00fcber das Internet zur Ausleihe und gibt den Abhol-Ort an. Man holt sich das Buch dann an einem gut erreichbaren Automaten ab (z.B. an der U-Bahn Station an der man jeden Tag vorbeikommt). Auch die R\u00fcckgabe funktioniert dann in gleicher Art.<\/p>\n<p><b>&#8230;kennen Sie da ein Beispiel?<\/b><\/p>\n<p>Ja, solche <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/dcmaster\/5956954886\/\" target=\"_blanK\">Library Vending Machines<\/a> stehen beispielsweise in Shenzhen, China.<br \/>\nDieses Automatensystem eignet sich auch f\u00fcr abgelegene Stellen, zum Beispiel auf dem Land, wo es keine oder kaum Bibliotheken gibt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Trend k\u00f6nnte die Miteinbeziehung der Smartphones in den Ausleihprozess sein. In fast allen Bibliotheken, die heute RFID einsetzen, gibt es Ausleih-Kiosks. K\u00fcnftig k\u00f6nnten Kunden mit ihren Handys die B\u00fccher direkt am Regal ausleihen und k\u00f6nnen sich den Gang zum Verbuchungsterminal sparen.<\/p>\n<p><b>Diese M\u00f6glichkeit ist aus Kundenperspektive sicherlich begr\u00fc\u00dfenswert. Doch bedeutet das nicht auch im Umkehrschluss, dass im Bibliothekswesen einige Berufe \u00fcberfl\u00fcssig werden?<\/b><\/p>\n<p>Es ist die Frage, wie man mit der Innovation umgeht. Nur weil RFID eingef\u00fchrt wird, m\u00fcssen keine Mitarbeiter entlassen werden. Im Gegenteil: Dank der Technologie kann man die Mitarbeiter entlasten, da der administrative Aufwand verringert wird und so mehr Zeit f\u00fcr die Beratung der Kunden bleibt. RFID soll dazu beitragen, dass der Service verbessert und die Ausleihfrequenz erh\u00f6ht wird. Damit wird der Wert der Bibliothek f\u00fcr die Gemeinde erheblich erh\u00f6ht und das notwendige Geld wird leichter zur Verf\u00fcgung gestellt. RFID kann also dazu beitragen, dass Arbeitspl\u00e4tze erhalten bleiben.<\/p>\n<p><b>Herr Bischof, ich danke f\u00fcr das Interview.<\/b><\/p>\n<p>Fotos:<br \/>\n1. <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/midnightcomm\/171587228\/sizes\/m\/in\/photostream\/\">Flickr<\/a>, Fotograf: midnightcomm<br \/>\n2. <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/denverjeffrey\/4874259704\/sizes\/m\/in\/photostream\/\">Flickr<\/a>, Fotograf: denverjeffrey<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diebstahlschutz, Ausleihhilfe und Unterst\u00fctzung beim Service: RFID boomt in der Bibliothekszene und auch die ZBW ist derzeit mit der Implementierung von Labels und Leseger\u00e4ten besch\u00e4ftigt. Dennoch scheinen viele Fragen offen: Wie sehen optimale Anwendungsszenarien aus? Welche Rolle spielt k\u00fcnftig NFC und macht die Technologie den Menschen \u00fcberfl\u00fcssig? 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