{"id":1755,"date":"2011-08-01T13:16:48","date_gmt":"2011-08-01T13:16:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/?p=1755"},"modified":"2020-03-20T12:45:20","modified_gmt":"2020-03-20T12:45:20","slug":"zu-den-bibcharts-das-feedback-auf-das-feedback","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2011\/08\/zu-den-bibcharts-das-feedback-auf-das-feedback\/","title":{"rendered":"Zu den BibCharts: Das Feedback auf das Feedback"},"content":{"rendered":"<p>Wow, h\u00e4tte ich gewusst, dass wir auf dieses vergleichweise doch kleine Feature soviel Reaktion bekommen w\u00fcrden, h\u00e4tte ich mir heute nicht freigenommen. Es geht um die <a href=\"http:\/\/bibcharts.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BibCharts<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/07\/bibliotheken-im-social-web-zbw-launcht-bibcharts-eu\/\">Hintergr\u00fcnde<\/a>), die von der ZBW am vergangenen Freitag in einer ersten sch\u00fcchternen Beta ins Netz gestellt wurden. Die Liste ist noch stark begrenzt, die Funktionen weiterhin ausbauf\u00e4hig. Dennoch wollte ich mich schon an dieser Stelle bei allen Ideengebern im Netz bedanken und kurz das \u00f6ffentliche Feedback sondieren, das viele F\u00e4rbungen aufweist:<\/p>\n<p>V\u00d6B-Blog: <a href=\"http:\/\/www.univie.ac.at\/voeb\/blog\/?p=15840\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BIBCHARTS beta &#8211; Bibliotheken und Informationszentren im Social Web<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u00c4hnliche Rankings gibt es etwa f\u00fcr den Verlagsbereich (Leander Wattig). Auch \u00f6sterreichische Bibliotheken sind &#8211; momentan noch in kleinen Dosen (ich fand die UB Klagenfurt und die UBMed Wien) &#8211; in BIBCHARTS enthalten. Da gibt es aber wirklich mehr davon. &#x263a;<\/p><\/blockquote>\n<p>NetBib Weblog: <a href=\"http:\/\/log.netbib.de\/archives\/2011\/07\/30\/schon-wieder-ein-ranking\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schon wieder ein Ranking!<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Man k\u00f6nnte jetzt diskutieren, ob die richtigen Kennzahlen gew\u00e4hlt wurden, ob denn die Follower-Zahlen \u00fcberhaupt aussagekr\u00e4ftig sind, ob es nicht eher ein Koeffizient aus Follower-Zahlen, Ver\u00f6ffentlichungs- und Reaktionsrate sein m\u00fc\u00dfte. (\u2026) Wie alles andere: Es ist ein Ranking, es gibt ein Bild, man kann vergleichen und \u00dcberlegungen anstellen, wie man es selbst umsetzen k\u00f6nnte und ob der Aufwand sich lohnt. Nicht mehr und nicht weniger.<\/p><\/blockquote>\n<p>Infobib: <a href=\"http:\/\/infobib.de\/blog\/2011\/07\/30\/bibcharts-der-zbw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BibCharts der ZBW<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Dass die Visualisierung von Followerzahlen Aufmerksamkeit f\u00fcr Social Media erregen k\u00f6nnte, ist richtig. Dass diese Aufmerksamkeit auf wesentliche Aspekte des Social Web \u2013 also zum Beispiel Transparenz, Interaktion oder Kommunikation \u2013 gelenkt wird, ist dagegen eher nicht zu vermuten. Statt dessen wird hier suggeriert: \u201cSize matters! Ohne Followerzahlen im h\u00f6heren dreistelligen Bereich sind wir gescheitert!\u201d Sollten die Bibcharts eine breitere Aufmerksamkeit erfahren, ist eher von einer erneuten Zahlenfixierung der \u201cEntscheider\u201d auszugehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weitere Reaktionen bei Twitter sind per <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/search\/BibCharts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Twitter-Suche<\/a> zu finden. Auch unter dem urspr\u00fcnglichen Blog-Post zur Ank\u00fcndigung gibt es eine <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/07\/bibliotheken-im-social-web-zbw-launcht-bibcharts-eu\/#comments\">interessante Diksussion<\/a> in den Kommentaren.<\/p>\n<p>Ich habe in all den Reaktionen jetzt einige Hauptkritikpunkte ausgemacht, auf die ich im Folgenden gerne n\u00e4her eingehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><b>Allgemeines und Zielgruppen<\/b><\/p>\n<p>Der Begriff &#8220;Charts&#8221; impliziert einen Wettbewerbsgedanken \u2013 das ist v\u00f6llig richtig. Aber das ist nicht unser Hauptziel. Mit der \u00dcbersicht wollen wir drei Zielgruppen erreichen: Das sind zum einen all diejenigen, die sich nun schon zu Wort gemeldet haben, die Social Media-Verantwortlichen in den H\u00e4usern, die progressiv Experimentierenden. Die zweite Zielgruppe besteht aus der breiten \u00d6ffentlichkeit, die vielleicht bislang nicht einmal Notiz davon genommen hat, dass viele Bibliotheken bei Facebook und Twitter und in Blogs angekommen sind. Dass es die BibCharts mit der kleinen Ansage bereits <a href=\"http:\/\/rivva.de\/124943629\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zu Rivva geschafft<\/a> haben, sagt uns, dass sich hier tats\u00e4chlich noch viel bewegen l\u00e4sst. Und die dritte Zielgruppe besteht aus den Zweiflern. Damit meine ich Entscheider in den Einrichtungen, die ihr Relevanzprogramm f\u00fcr das Jahr 2011 noch nicht komplett \u00fcberdacht haben \u2013 die Chefs, Direktoren, Leiter, Budgetgeber.<\/p>\n<p>Wenn ich mich mit einigen Kollegen aus der Branche unterhalte, merkt man schnell, dass viele von ihnen einen Kampf an drei Fronten bestreiten: Man k\u00e4mpft um die Aufmerksamkeit der Nutzer. Man ringt aber auch in den eigenen H\u00e4usern um die Anerkennung der M\u00f6glichkeiten. Als ich die Deutsche Bahn in Sachen <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/06\/wie-die-deutsche-bahn-auf-twitter-landete-zehn-tipps-fur-einsteiger-im-social-web\/\">Twitter-Einstieg<\/a> begleitete, sagte mir der verantwortliche Projektleiter, dass 80 Prozent seiner kompletten T\u00e4tigkeit aus interner Lobbyarbeit bestehe. Das betreffe sowohl die Kollegen als auch diejenigen, die von oben gr\u00fcnes Licht geben m\u00fcssen. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich zu \u00fcberlegen, wie viel Lobbyarbeit dann im \u00f6ffentlichen Sektor der Bibliotheken zu leisten ist. Die BibCharts sollen einigen Zweiflern die Augen \u00f6ffnen: &#8220;Oh, dann sollten wir ja jetzt auch etwas tun, wenn wir der Entwicklung nicht hinterherlaufen m\u00f6chten, oder?&#8221; Wenn diese Frage von oben einmal ausgesprochen wurde, d\u00fcrfte die Arbeit an der Nutzerfront leichter von der Hand gehen.<\/p>\n<p><b>Ranking als F\u00f6rderer von Resignation?<\/b><\/p>\n<p>Ein weiterer Kritikpunkt am Ranking impliziert die Bef\u00fcrchtung, dass die Zahlen die Resignation bei einigen Teilnehmern steigern k\u00f6nnte. Dazu: Ich komme aus der Blogosph\u00e4re und ich kenne keinen einzigen Blogger, der mit seiner Arbeit aufgeh\u00f6rt h\u00e4tte, weil er es nicht in die <a href=\"http:\/\/www.deutscheblogcharts.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Blogcharts<\/a> geschafft hat. Dazu kommt, dass unsere Konkurrenz \u2013 anders als drau\u00dfen in der freien Wirtschaft \u2013 nur simuliert ist. Die Bibliotheksszene ist in dieser Hinsicht ein Paradoxon: Wir m\u00fcssen alle beisammen stehen und uns gegenseitig helfen, um die Zukunft zu wuppen. Wenn aber der Wettbewerbsgedanke komplett fehlt, fehlt auch jegliche Grundlage f\u00fcr Innovation. Und wenn einige das Wort &#8220;Google&#8221; h\u00f6ren, klinken sich ebenfalls bereits viele aus. Ich denke, dass ein kleiner Seitenblick nach rechts und links auch Bibliotheken gut stehen k\u00f6nnte, da er dazu beitr\u00e4gt, die Innovationsfrequenz zu erh\u00f6hen und das Ohr zum Kunden hin weiter zu \u00f6ffnen. Die BibCharts sollen zeigen, wie und wo noch Platz nach oben f\u00fcr Verbesserungen ist. Das ist besser f\u00fcr die Einrichtungen aber in erster Linie auch f\u00fcr die Kunden, die vom neuen Engagement der Bibliotheken profitieren.<\/p>\n<p><b>Zahlen sagen nichts aus<\/b><\/p>\n<p>Follower- und Fan-Zahlen sind eine ziemlich platte Bemessungsgrundlage f\u00fcr den Erfolg einer Einrichtung. Da gibt es eingekaufte Fans, Twitter-Bots \u2013 und dann gibt es auch noch Unterschiede in der Art der jeweiligen Einrichtung: Eine Universit\u00e4tsbibliothek hat per se mehr Zulauf, als eine Stadtteilbibliothek. Leider ist es der ganzen Social Media-Branche bis heute noch nicht gelungen, den ROI eines Fans konkret zu bemessen. Es handelt sich dabei eben um Empfehlungsmarketing, das nicht nach klassischem Reiz-Reaktions-Impulskauf-Schema abl\u00e4uft. Dementsprechend m\u00fcssen sich alle aktuellen Web-Rankings den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht gerade akkurat sind. Und die BibCharts machen da keine Ausnahme. Sie sollen aber auch nur eine grobe Orientierung bieten (daher haben wir auch auf Platznummern ganz bewusst verzichtet): &#8220;Wow, die haben eine ziemlich gute Reichweite. Wie haben die das angestellt?&#8221; Diese Fragen zu provozieren, das war einer der Anl\u00e4sse f\u00fcr das Ranking. Wir sehen auf einen Blick, wo in der Branche gerade viel Bewegung ist und k\u00f6nnen schneller lernen.<\/p>\n<p>Wir belassen es auch nicht bei dem Zahlenwerk, sondern flankieren (zum Beispiel hier auf dem Blog) die Entwicklungen, geben <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/category\/dossiers\/leitfaden\/\">praktische Tipps<\/a> und reisen herum, um Anleitungen f\u00fcr den Einstieg und den Ausbau der Aktivit\u00e4ten zu geben.<\/p>\n<p><b>LISWiki<\/b><\/p>\n<p>Die BibCharts sind nicht das erste Social Media-Ranking der Branche und sie werden auch nicht das letzte sein. Bis heute ist beispielsweise <a href=\"http:\/\/liswiki.org\/wiki\/Libraries_at_Facebook\">LISWiki<\/a> die erste Anlaufstelle f\u00fcr diese Informationen (wo wir gerade dabei sind: Gab es bei der Einf\u00fchrung \u00e4hnliche Bedenken?). Die Seite ist nach wie vor ein respektables Projekt und hat zweifelsohne die wohl vollst\u00e4ndigste Datenbank \u2013 doch hat sie mir bei jedem Besuch den Eindruck gemacht, als haben Bibliotheken etwas zu verstecken. Nutzer, die nicht \u00fcber einen Direktlink verf\u00fcgen, m\u00fcssen sich zu ihr vorklicken, dazu kommt die manuelle Auswertung, die von jeder Einrichtung selbst \u00fcbernommen wird (oder werden sollte). Wie oben schon erw\u00e4hnt, soll das Ranking auch PR f\u00fcr die ganze Branche sein. Und LISWiki \u2013 noch einmal, ich mag das Projekt! \u2013 schien mir vor diesem Hintergrund \u00d6ffentlichkeitsarbeit unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit zu sein. Vielleicht war es aber auch gar nicht die Absicht der Seite. Lesenswert dazu ist auch der <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/07\/bibliotheken-im-social-web-zbw-launcht-bibcharts-eu\/#comment-1551\">Kommentar von Silvia<\/a>, der Seitenurheberin.<\/p>\n<p><b>Funktionsumfang der BibCharts<\/b><\/p>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, halte ich das Ranking bislang f\u00fcr ein &#8220;vergleichsweise kleines Feature&#8221;. Es ist aber Politik bei der ZBW, Produkte, sofern sie funktionieren, alsbald an den Start zu bringen. Das geschieht nicht nur im Social Media-Bereich, sondern umfasst alle T\u00e4tigkeiten der ZBW. So wurden beispielsweise die <a href=\"http:\/\/zbw.eu\/labs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Labs<\/a> eingerichtet, um Nutzern die Produkte im Anfangsstadium zur Verf\u00fcgung zu stellen und ihnen direkt erstes Feedback zu erm\u00f6glichen (dazu auch unser <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/04\/audio-interview-wie-bibliotheken-von-open-innovation-profitieren-konnen\/\">Audio-Interview bez\u00fcglich Open Innovation<\/a>).<\/p>\n<p>Daher sind die BibCharts auch noch recht rudiment\u00e4r. Bevor wir aber die n\u00e4chsten Schritte unternehmen, wollten wir genau das tun, was gerade passiert: uns Feedback einholen. Leichtere Methoden, um sich einzutragen, Exportfunktionen, grafische Auswertungen \u2013 das alles steht auf der Liste. Wir wollen aber nicht ins Blaue hinein (und damit am Bedarf vorbei) entwickeln. Ich \u00fcberlege gerade, ob wir es vielleicht n\u00e4chste Woche hinbekommen, bei Google Plus einen Hangout dazu einzurichten. Vielleicht k\u00f6nnen wir ja dann mit einigen, die sich nun mit dem Thema besch\u00e4ftigt haben, n\u00e4her \u00fcber die weiteren Schritte diskutieren. Wie w\u00e4re das?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wow, h\u00e4tte ich gewusst, dass wir auf dieses vergleichweise doch kleine Feature soviel Reaktion bekommen w\u00fcrden, h\u00e4tte ich mir heute nicht freigenommen. Es geht um die BibCharts (Hintergr\u00fcnde), die von der ZBW am vergangenen Freitag in einer ersten sch\u00fcchternen Beta ins Netz gestellt wurden. Die Liste ist noch stark begrenzt, die Funktionen weiterhin ausbauf\u00e4hig. 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