{"id":1636,"date":"2011-07-18T10:03:15","date_gmt":"2011-07-18T10:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/?p=1636"},"modified":"2017-03-15T11:09:19","modified_gmt":"2017-03-15T11:09:19","slug":"das-google-paradoxon-es-geht-nicht-mit-es-geht-nicht-ohne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2011\/07\/das-google-paradoxon-es-geht-nicht-mit-es-geht-nicht-ohne\/","title":{"rendered":"Das Google-Paradoxon: Es geht nicht mit, es geht nicht ohne"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:6993,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.google.com\\\/hostednews\\\/ap\\\/article\\\/ALeqM5jj9ad340cxT7i1ADyPk_ksWRtLgQ&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:6994,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/news.google.de&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/news.google.de\\\/&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:6995,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.gulli.com\\\/news\\\/16618-google-belgische-nachrichtenverlage-rausgeworfen-2011-07-16&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p>Es gibt in diesen Tagen kein besseres Beispiel f\u00fcr den Gef\u00fchlsmix aus Panik und Orientierungslosigkeit in der Medienbranche \u2013 als Belgien: dabei ist alles so gekommen, <a href=\"http:\/\/www.google.com\/hostednews\/ap\/article\/ALeqM5jj9ad340cxT7i1ADyPk_ksWRtLgQ\" target=\"_blank\">wie es gew\u00fcnscht war<\/a>. Doch von Anfang an\u2026<\/p>\n<p>Alles begann im Jahr 2006, als sich einige belgische Verlagsh\u00e4user auf die Hinterbeine stellten. Der Vorwurf richtete sich gegen Google und die Vorgehensweise der Suchmaschine, Nachrichten-Content unter dem Men\u00fcpunkt &#8220;<a href=\"http:\/\/news.google.de\/\" target=\"_blank\">News<\/a>&#8221; einzupflegen. Nutzer bekommen hier eine \u00dcbersicht \u00fcber die aktuelle Nachrichtenlage. Die News werden durch Headlines und zwei, drei S\u00e4tze angeteasert, ein Klick auf den jeweiligen Link bringt den Nutzer zum eigentlichen Nachrichtenangebot. Was daran verwerflich ist? Nun, Google &#8220;vermarktet&#8221; diese sogenannten News-Snippets, indem an einigen Stellen Werbung eingeblendet wird. Die hier generierten Einnahmen beh\u00e4lt die Suchmaschine f\u00fcr sich; s\u00e4mtliche Versuche der Verleger, einen Teil des Kuchens f\u00fcr sich zu beanspruchen, wurden bislang nicht beachtet.<\/p>\n<p>Genau das ging den Verlagsh\u00e4usern gegen den Strich, weshalb der belgische Zeitungsdachverband Copiepresse Klage wegen des Diebstahls geistigen Eigentums einreichte. Die Gerichte brauchten rund f\u00fcnf Jahre, um eine Entscheidung zu f\u00e4llen, dann \u2013 im Mai 2011 \u2013 war es endlich soweit: Google wurde untersagt, weiterhin auf News-Seiten zu verweisen. Sollte dies wider Erwarten dennoch geschehen, sei das Unternehmen verpflichtet, 25.000 Euro pro Snippet an die Verlage zu zahlen.<\/p>\n<p>Google fackelte nicht lange und warf s\u00e4mtliche Nachrichtenseiten der klagenden Verlage aus dem Index \u2013 und zwar aus dem News-Segment wie auch aus der ordin\u00e4ren Suche. Am Wochenende war es dann so weit: Das Geschrei der d\u00fcpierten Unternehmen ist bis jetzt un\u00fcberh\u00f6rbar. &#8220;Boykott&#8221;, polterte da etwa die Zeitung &#8220;La Capitale&#8221; und auch andere Medien \u00fcben sich in Emp\u00f6rung. Der Anteil des Traffics, den die Zeitungen \u00fcber die Suchmaschine bislang bezogen, muss beachtlich bis \u00fcberlegenswichtig gewesen sein\u2026<\/p>\n<p>Dabei hat Google alles richtig gemacht. Der Urteilstext war so allgemein gehalten, dass zwischen &#8220;Suche&#8221; und &#8220;News-Segment&#8221; gar nicht differenziert wurde. Die Suchmaschine spricht sich jedenfalls von allen Anschuldigungen frei: &#8220;Es tut uns leid, dass wir so handeln mussten. Wir h\u00e4tten ja auch kein Problem damit, Copiepresse wieder aufzunehmen, wenn dort die Absicht best\u00fcnde, dass man in der Google-Suche wieder auftauchen m\u00f6chte und die Strafandrohungen fallen gelassen w\u00fcrden&#8221;, sagte Google-Sprecher William Echikson. Das dazugeh\u00f6rige L\u00e4cheln des Mr. Echikson m\u00f6ge sich der geneigte Leser recht breit vorstellen.<\/p>\n<p>Google hat die Muskeln spielen lassen und einmal mehr gezeigt, dass man sich als Medienunternehmen mit der Suchmaschine nur arrangieren kann. Google ist ein viel zu wichtiger Partner in Sachen News-Distribution, auf den heute kein Verlagshaus mehr verzichten kann (auch, wenn mittlerweile immer mehr Nachrichtenseiten in Social Networks empfohlen werden). Ich zitiere dazu Gulli, bei denen <a href=\"http:\/\/www.gulli.com\/news\/16618-google-belgische-nachrichtenverlage-rausgeworfen-2011-07-16\">die Story<\/a> ebenfalls aufgetaucht ist:<\/p>\n<blockquote><p>Bedauerlicherweise ist nicht bekannt, f\u00fcr wie viele Zugriffe bei den Verlagswebsites man verantwortlich ist. Es d\u00fcrfte jedoch ein beachtlicher Anteil sein, der auch wirtschaftlich relevant ist. Ansonsten h\u00e4tte man geschwiegen. Das hart erfochtene Urteil wird somit zu einer Retourkutsche f\u00fcr die Zeitungsverlage. Vermutlich hatten diese erwartet, dass Google eine Bezahlung f\u00fcr die Inhalte anbietet. Genau das Gegenteil war jedoch der Fall.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt in diesen Tagen kein besseres Beispiel f\u00fcr den Gef\u00fchlsmix aus Panik und Orientierungslosigkeit in der Medienbranche \u2013 als Belgien: dabei ist alles so gekommen, wie es gew\u00fcnscht war. Doch von Anfang an\u2026 Alles begann im Jahr 2006, als sich einige belgische Verlagsh\u00e4user auf die Hinterbeine stellten. 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