{"id":1610,"date":"2011-07-14T12:06:02","date_gmt":"2011-07-14T12:06:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/?p=1610"},"modified":"2022-10-07T06:54:28","modified_gmt":"2022-10-07T06:54:28","slug":"trends-der-social-media-branche-marken-sind-die-neuen-medienunternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/de\/2011\/07\/trends-der-social-media-branche-marken-sind-die-neuen-medienunternehmen\/","title":{"rendered":"Trends der Social Media-Branche: &quot;Marken sind die neuen Medienunternehmen!&quot;"},"content":{"rendered":"<div class='__iawmlf-post-loop-links' style='display:none;' data-iawmlf-post-links='[{&quot;id&quot;:7003,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.smics2011.com&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:7004,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.avatter.de&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20260407141816\\\/https:\\\/\\\/www.avatter.de\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.avatter.de\\\/&quot;,&quot;checks&quot;:[],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:null,&quot;process&quot;:&quot;done&quot;},{&quot;id&quot;:7005,&quot;href&quot;:&quot;http:\\\/\\\/www.brandsonfacebook.de&quot;,&quot;archived_href&quot;:&quot;https:\\\/\\\/web-wp.archive.org\\\/web\\\/20220119233220\\\/http:\\\/\\\/brandsonfacebook.de\\\/&quot;,&quot;redirect_href&quot;:&quot;&quot;,&quot;checks&quot;:[{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 14:10:59&quot;,&quot;http_code&quot;:404}],&quot;broken&quot;:false,&quot;last_checked&quot;:{&quot;date&quot;:&quot;2026-04-07 14:10:59&quot;,&quot;http_code&quot;:404},&quot;process&quot;:&quot;done&quot;}]'><\/div>\n<p>Ich bin gestern Abend aus Monaco wieder gekommen, es hatte die Einladung gegeben, dort an einem <a href=\"http:\/\/www.smics2011.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kongress f\u00fcr Social Media<\/a> teilzunehmen \u2013 internationales Event und wie man sich vorstellen kann, das alles in einem mehr als mond\u00e4nen Rahmen (ich habe immer noch Haltungssch\u00e4den vom eleganten Herumstehen in den Gala-Lobbys). Wie auch immer: Vor Ort war die US-Prominenz der Branche versammelt und ich habe es geschafft, das eine oder andere Interview zu f\u00fchren. Ausf\u00fchrliche Berichte werde ich an anderer Stelle publizieren (und entsprechend darauf hinweisen), aber ich dachte mir, dass ich hier kurz vier Schl\u00fcsseltrends aufzeige, die ich aus Monte Carlo mitgenommen habe. Und los geht es:<\/p>\n<p><b>1. &#8220;Die Dame h\u00e4tte ich im Semantic Web nie gefunden.&#8221;<\/b><\/p>\n<p>Wir befinden uns in den Zeiten von Web 2.0. Am Web 3.0 wird jedoch schon flei\u00dfig gebastelt. Allgemein wird darunter die Weiterentwicklung des Internets verstanden und zwar fort von den unstrukturierten Datenw\u00fcsten und hin zu einem semantischen Netz, in dem Maschinen Informationen nicht nur verwalten, sondern auch verstehen k\u00f6nnen: Ist Apache ein Hubschrauber oder ein Indianerstamm? Das <a href=\"https:\/\/www.zbw-mediatalk.eu\/2011\/06\/schema-google-bing-und-yahoo-arbeiten-an-semantic-web-light\/\">Semantic Web<\/a> ist Boom-Thema Nummer eins (nicht nur f\u00fcr Infozentren und Bibliotheken) \u2013 dass es jedoch das Web 2.0 komplett abl\u00f6sen und <a href=\"http:\/\/www.avatter.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Social Media<\/a> \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnte, wurde in Monaco heftig bestritten.<\/p>\n<p>Der CEO einer gro\u00dfen Technologie-Firma erz\u00e4hlte dazu die Geschichte, dass er auf einer Party eine Dame kennengelernt habe. Pech f\u00fcr ihn: Als er am Abend heimkehrte, konnte er sich nur noch an ihren Vornamen erinnern, nehmen wir an, er lautete &#8220;Olivia&#8221;. Er gab den Namen bei Google ein und erhielt 204 Millionen Treffer. Selbst das intelligenteste Semantic Web ist in einem solchen Fall aufgeschmissen. Er gab den Namen dann bei Facebook ein. Das Netzwerk verf\u00fcgt heute \u00fcber 750 Millionen Mitglieder weltweit \u2013 dort finden sich Hunderttausende &#8220;Olivias&#8221;. Doch die Dame, die er suchte, tauchte an erster Stelle in der Ergebnisliste auf. Warum? Weil sie mit sechs seiner Facebook-Freunde befreundet war.<\/p>\n<p><b>2. &#8220;The privacy issue will soon be dead.&#8221;<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr die Amerikaner ist das Thema Datenschutz so gut wie gegessen. Ich unterhielt mich dazu mit Don Peppers, praktisch dem Erfinder von Customer Relationship Management (CRM): &#8220;Wenn Sie heute die jungen Leute nach Datenschutz fragen, bekommen Sie nur eine Antwort: LOL oder WTF!&#8221; Seiner Meinung nach wird sich die Privacy-Debatte der Nutzen-Debatte \u00fcber kurz oder lang beugen. Sobald die Generation der Baby-Boomer die B\u00fchne verlassen hat, so Peppers, wird die Bewertung pers\u00f6nlicher Daten anders vorgenommen werden. Nur, wenn Nutzer ihre Daten zur Verf\u00fcgung stellen, kann es gem\u00e4\u00df der US-Wirtschaft weitere Innovationen geben. Ich sagte ihm, dass auch wir in Deutschland ein Konkurrenzprodukt zu Facebook haben, StudiVZ. Und dass dies dem Untergang geweiht sei. Der dortige Vorstand beklagt sich ja, dass man nie so erfolgreich wie Facebook sein k\u00f6nne, da man sich an den geltenden deutschen Datenschutz halten muss. Antwort Peppers: &#8220;Verstehen Sie? Genau das meine ich.&#8221; Allgemein habe Europa (und speziell Deutschland) ein zu gro\u00dfes Vertrauen in die Macht der Regierungen, einen Mindeststandard an Datenschutzregelungen durchzudr\u00fccken: &#8220;Die Amerikaner vertrauen ihrer Regierung in dieser Hinsicht \u00fcberhaupt nicht.&#8221;<\/p>\n<p>Tatsache ist, dass viele der Innovationen in den Sektoren Social und Mobile nur dann durchgedr\u00fcckt werden k\u00f6nnen, wenn der Datenschutz gelockert wird. Noch einmal: Das ist nicht meine Meinung; das ist das, was ich auf dem Kongress aufschnappen konnte. Mehrere US-Unternehmenssprecher versicherten mir im lachenden Tonfall, dass Privacy das kleinste Problem in der heutigen Welt sei.<\/p>\n<p><b>3. &#8220;Menschen werden bald f\u00fcr Marketing bezahlen.&#8221;<\/b><\/p>\n<p>Der Spruch klingt k\u00fchn bis aberwitzig. Welcher Nutzer w\u00fcrde f\u00fcr Reklame Geld auf den Tisch legen wollen? Nun, laut den Experten werden es schon in kurzer Zeit eine ganze Menge sein. Marketing ist nicht l\u00e4nger das Poster an der Litfasss\u00e4ule, sondern kommt immer h\u00e4ufiger in Form eines Mehrwerts daher. Angenommen, ein Rockstar wirft eine iPhone-App auf den Markt. Das ist Werbung f\u00fcr seine Sache, geboten werden Infos zu Neuver\u00f6ffentlichungen, vielleicht ein Blog, Sound-Snippets und ein Terminkalender, in dem die kommenden Konzerte vermerkt sind. Nutzer \u2013 oder besser gesagt: Fans \u2013 sind schon heute bereit, f\u00fcr diese Informationen (die in Wirklichkeit nichts anderes als Werbung sind) echtes Geld zu bezahlen.<\/p>\n<p>Im Zuge des wachsenden \u00d6kosystems von mobilen Anwendungen wird dieses Ph\u00e4nomen weiter zunehmen, die Grenzen zwischen Marketing und Produkt weiter verschwimmen.<\/p>\n<p><b>4. &#8220;Marken sind die neuen Medienunternehmen!&#8221;<\/b><\/p>\n<p>In einer kleinen Interviewrunde hatte ich Brian Solis, Social Media-Oberguru und Autor des Buches &#8220;Engage (or die!)&#8221;, vor mir sitzen. Wir stellten einige interessante Fragen und bekamen noch interessantere Antworten. Einen Ausschnitt dieser Diskussion m\u00f6chte ich im Folgenden kurz mitteilen: Wir n\u00e4herten uns dem Thema, wie Medienunternehmen (Zeitungsverlage aber auch TV-Sender) in den heutigen Zeiten ihren Kopf \u00fcber Wasser halten k\u00f6nnen. Wie k\u00f6nnen sie von Social Media profitieren, etwa bei Kundenakquise, Distribution und Vermarktung? Solis wischte zumindest den letzten Punkt von der Gedankenkarte: &#8220;Wie viele Fans hat StarBucks heute auf Facebook? 25 Millionen? Wenn man bedenkt, dass die Handlungen jeder dieser Fans auf Facebook von ihren Freunden bemerkt werden (etwa beim Dr\u00fccken von &#8220;Gef\u00e4llt mir&#8221;), sind wir bei einer 1-Klick-away-Reichweite von rund 450 Millionen. Sagen Sie mir: Warum soll StarBucks denn in einer Zeitung Werbung schalten? Fr\u00fcher buchten Unternehmen Werbung in Magazinen und bei Zeitungen, um ihre Reichweite zu erh\u00f6hen. Heute sind es die Marken, die im Internet die gr\u00f6\u00dferen Reichweiten haben. Marken sind die neuen Medienunternehmen!&#8221; Erschreckender Gedanke \u2013 doch da ist etwas dran.<\/p>\n<p>Man muss nat\u00fcrlich beachten, dass &#8220;Reichweite&#8221; ein dehnbarer Begriff ist und auch Dinge wie &#8220;Zielgruppe&#8221; und &#8220;Streuverlust&#8221; in die Rechnung mit aufgenommen werden m\u00fcssten. Dennoch: aufr\u00fcttelnd. Wer sich selbst ein Bild davon machen m\u00f6chte, kann auf <a href=\"http:\/\/www.brandsonfacebook.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Brands On Facebook<\/a> die Fanzahlen deutscher Marken mal mit jenen deutscher Medien vergleichen \u2013 oder mit den jeweiligen Auflagenzahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin gestern Abend aus Monaco wieder gekommen, es hatte die Einladung gegeben, dort an einem Kongress f\u00fcr Social Media teilzunehmen \u2013 internationales Event und wie man sich vorstellen kann, das alles in einem mehr als mond\u00e4nen Rahmen (ich habe immer noch Haltungssch\u00e4den vom eleganten Herumstehen in den Gala-Lobbys). 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