ZBW MediaTalk

von Nicole Krüger

Forscherinnen und Forscher brauchen heute zunehmend Fähigkeiten, die nicht in direktem Zusammenhang mit ihrer Disziplin stehen – und die im Laufe des Studiums oft nicht vermittelt werden. Fragen zur Veröffentlichung eines Papers, zur Erhöhung der Sichtbarkeit und Berechnung der Metriken ihrer Forschung, zu Möglichkeiten des Networking sowie zur Speicherung, Dokumentation und der Weitergabe von Forschungsdaten gehören dazu. Die Bandbreite an Tools und Plattformen, die Anforderungen von Zeitschriften und Drittmittelgebern sind insbesondere für Nachwuchsforschende (ECRs) schwer zu überblicken.

Das neue, von der ZBW entwickelte Academic Career Kit in EconBiz ist eine offene Bildungsressource (OER) und greift diese Fragen spielerisch auf. Es fasst die Themen in drei interaktiven Toolkits für Doktorandinnen und Doktoranden sowie ECRs in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zusammen.

Toolkit Nr. 1: Erste Veröffentlichung

Ziel dieses Toolkits ist es, Forscherinnen und Forscher bei der Suche nach einer Zeitschrift zu unterstützen, die ihre Arbeit veröffentlicht und die Sichtbarkeit ihrer Forschung optimal fördert. Wie können sie eine Zeitschrift mit einem guten Zeitschriftenranking finden, die in der jeweiligen Fach-Community wahrgenommen wird? Wie finden sie eine Zeitschrift, die perfekt zu ihrem Thema passt?

Es ist wichtig, Predatory – oder Fake-Journals zu meiden, und das Toolkit zeigt, wie man diese erkennt. Predatory journals locken mit dem Versprechen, in kürzester Zeit und für wenig Geld zu veröffentlichen, halten aber ihr Versprechen eines Peer Reviews zur Qualitätskontrolle nicht ein. Aus rein kommerziellem Interesse veröffentlichen sie gefälschte ebenso wie gute Forschung in einem No-Name-Journal. Eine Verbindung zu diesen Journals kann die Forschungskarriere beeinträchtigen.

Was Forschende jedoch in Betracht ziehen sollten, ist die Veröffentlichung im Open Access. Im Toolkit erfahren sie, wie sie qualitativ hochwertige Open-Access-Zeitschriften finden – und welche Rechte sie für eine Zweitveröffentlichung im Open Access besitzen, nachdem sie in einer abonnementbasierten Zeitschrift veröffentlicht haben.

Toolkit Nr. 2: Metriken und Vernetzung

In sozialen Medien wie Twitter und Blogs aktiv zu sein, ist eine Möglichkeit, ein größeres Publikum zu erreichen und den Einfluss der eigenen Forschung zu erhöhen. Nicht nur andere Forschende, sondern auch die Öffentlichkeit, Politik und die Presse werden über diese zusätzlichen Kanäle informiert.

In Zeiten von Fake News und angeblich “alternativen” Fakten wird es immer wichtiger, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der öffentlichen Debatte in sozialen Medien teilnehmen. Die Verbreitung der Forschung in der eigenen Fach-Community könnte jedoch die erste Priorität sein. Diese kann durch die Optimierung der Social-Media-Kanäle und die Befolgung einiger Tipps erreicht werden. Das Toolkit zeigt verschiedene Möglichkeiten, mit anderen Forschenden in Kontakt zu treten und Ergebnisse frühzeitig zu diskutieren, sei es in Forschungsnetzwerken, auf Konferenzen oder in sozialen Medien. Weiterhin werden offene Tools für Co-Writing, Online-Meetings, Literaturverwaltungs- und Projektmanagement vorgestellt.

Toolkit Nr. 3: Forschungsdatenmanagement

Das dritte Toolkit befasst sich mit dem Management von Forschungsdaten. Dieses Thema wird im Forschungsalltag häufig als Belastung wahrgenommen. Für Forscherinnen und Forscher verspricht es jedoch einen hohen Nutzen, wenn sie ihre Forschungsdaten dokumentieren, sichern und schließlich weitergeben.

Ihre Forschungsdaten könnten wie eine weitere Publikation wirken. Sie können zitiert werden und zählen so zum Forschungs-Output dazu. Zudem verlangen viele Zeitschriften und Drittmittelgeber die Veröffentlichung von Forschungsdaten – aus Gründen der Transparenz, Qualitätskontrolle und Synergieeffekten in der Forschung. In diesem Toolkit können Forscherinnen und Forscher Materialien und Informationen zur Verwaltung ihrer eigenen Daten finden – aber auch Suchportale, in denen sie selbst qualitativ hochwertige Forschungsdaten finden können. Auf diese Weise können sie von der Arbeit anderer profitieren und auf Datensätze Dritter zurückgreifen.

Möchten Sie die Inhalte verbreiten? Die Toolkits sind OER!

Möchten Sie Forscherinnen und Forscher durch die Wiederverwendung der Toolkits unterstützen? Integrieren Sie die Toolkits in Ihre lokale Website, sie sind OER. Die EconBiz-Toolkits wurden mit h5p als Open Educational Resource unter die Lizenz CC-BY gestellt, das bedeutet, dass sie unter Angabe des Urhebernamens frei verwendet und verändert werden dürfen. Sie können sie in Ihre eigene Website einbinden, indem Sie auf den Link “Embed” unter jedem der drei Toolkits klicken. Änderungen an den Toolkits können mit dem kostenlosen h5p-Plugin für WordPress, drupal oder moodle vorgenommen werden. Hier können Sie die Toolkits hochladen und nach Ihren Wünschen wiederverwenden.

Fragen oder Anregungen? Kontakt zum EconBiz-Team

Autorin: Nicole Krüger ist Bibliothekarin und MA in Philosophie. Sie gestaltet die Online-Angebote zur Vermittlung von Informationskompetenz der ZBW und hat einen Lehrauftrag für Seminarvorbereitungskurse an der Universität Kiel. Sie hospitierte zum Thema Informationskompetenz in New York und ist Mitglied der Redaktion des deutschlandweiten Portals Informationskompetenz.de.

The ZBW – Leibniz Information Centre for Economics is the world’s largest research infrastructure for economic literature, online as well as offline.

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