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Start-Ups aus der Buchbranche: Zwischen E-Book und örtlichem Buchhandel

Start-Ups bringen mit neuen Geschäftsmodellen und der Konzentration auf spezielle Zielgruppen frischen Wind in die Buchbranche. Zeit, sich inspirieren zu lassen von neuen Modellen von A wie „Amazon umgehen“ oder „alter Content“ bis Z wie „zusammen lesen“.

StartupClubDie Buchbranche steht nicht still, was Innovationen und neue Geschäftsmodelle betrifft. Nicht zuletzt trägt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit seinem Start-Up-Club selbst dazu bei, Start-Ups in der Branche zu fördern.
Dafür hat er unter anderem die Eisbrechertour für Start-Ups 2014/2015 organisiert.

Hier eine Auswahl an interessanten Start-Ups:

GuggolzAlte Buchinhalte recyclen

Auf das Recycling des Contents von Büchern, die seiner Meinung nach zu schnell wieder aus den Regalen der Buchhandlungen verschwunden sind, setzt der Guggolz Verlag. Dafür werden die Bücher unter anderem mit einem aktuellen Nachwort versehen, um so einen Bezug zur aktuellen Situation zu erhalten.

aboobuchKinderbücher im Abonnement

Abobuch möchte mit Kinderbüchern im Abonnement die Brücke zwischen Online-Handel und stationärem Handel schlagen. Interessen und Alter des Kindes werden eingegeben, die angebotene Bücherliste kann als Abonnement bestellt werden. Dieser Service wird zudem als Unterstützung für Schulbibliotheken und zur Bestückung von Wartezimmern angeboten.

MyBookMaßgeschneiderte Buchempfehlungen

MyBook bietet maßgeschneiderte Buchempfehlungen für eine überwiegend weibliche Leserschaft. Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens zu den Lesevorlieben sortiert eine Software vor. Expertinnen und Experten machen anschließend passgenaue Buchvorschläge, so das Versprechen.

readifyWerbefinanziert E-Books lesen

Readfy ermöglicht es, kostenlos über 45.000 E-Books per App zu lesen. Ermöglicht wird dies durch die Werbefinanzierung für E-Books als neues Modell. Die Verlage, deren Titel enthalten sind, werden am Umsatz beteiligt.

CampusRitter und PaperC vermieten Bücher

campusritterAls eine Art „Premium-Bibliothek“ vermietet Campusritter Fachbücher an Studierende, immer in der aktuellsten Auflage und genau in dem Zeitraum, in dem sie von ihnen benötigt werden. Die Höhe der Gebühren ist abhängig vom Titel und der Ausleihdauer. Nach eigenen Angaben arbeitet Campusritter dafür eng mit Hochschulbibliotheken zusammen.

PaperCDie Mietoption bietet inzwischen auch PaperC für E-Books an, nachdem es mit seinem ursprünglichen Modell, der seitenweisen Bezahlung durch Leserinnen und Leser, gescheitert war.

SobooksSocial Reading

Sobooks das Projekt von Christoph Kappes und Sascha Lobo steht für „Social Books“ und verspricht die Zukunft des digitalen Lesens.

E-Books können im Browser, also ohne extra E-Reader, gelesen werden. Nach dem Prinzip des Social Reading können alle Teilnehmenden Textstellen kommentieren und in sozialen Netzwerken teilen. An den Diskussionen nehmen zum Teil auch die Autorinnen und Autoren teil, so wirbt Sobooks. Der Verkauf von Büchern, elektronisch wie gedruckt, soll irgendwann für Einnahmen sorgen. Im „FAZ Lesesaal“ stellt aufgrund der Kooperation jede Woche ein FAZ-Redakteur ein Buch vor. Dieses kann größtenteils frei gelesen und auch diskutiert werden.

Dafür setzt Sobooks zudem auf eine neue Technologie. Sie wurde entwickelt, um jeden Satz aus jedem E-Book im Internet einbetten zu können. Der Klick auf das eingebettete Zitat soll im Browser direkt in das E-Book hineinführen. Eine Kooperation mit Lufthansa sorgt dafür, dass Passagiere künftig über den Wolken in E-Books reinschnuppern können oder sie gleich kaufen können. Auf der Facebook-Seite werden aktuelle Infos und Videointerviews gepostet.

Literaturkreise und Slow Reading Clubs

MeinLiteraturkreisDie rund 35.000 Lese- und Literaturkreise in Deutschland mit ihren über 300.000 Mitgliedern zu unterstützen, hat sich Mein Literaturkreis als Ziel gesetzt. Dafür bietet es das erste deutschsprachige Internet-Portal speziell für diese Zielgruppe an.

SlowReadingClubSlow Reading Club ist zwar kein kommerzielles Start-Up, aber auch eine aus Bibliothekssicht interessante Idee: Die Mitglieder treffen sich einmal in der Woche in einem Café, stellen ihre Smartphones ab und lesen eine Stunde lang gemütlich und mit einem netten Getränk in Ruhe und schweigend nebeneinander. Das störungsfreie Lesen sorgt damit für den organisierten wöchentlichen Digital Detox.

MediaspotPer Beacon Content vor Ort zugänglich machen

Mediaspot nutzt iBeacons, um geschützte Daten gezielt an fest definierten Orten für Nutzerinnen und Nutzer freizugeben. An teilnehmenden Orten kann so beispielsweise kostenlos in Magazinen gelesen werden.

BookindyLokalen Buchhandel fördern

Vor Ort kaufen, so einfach und günstig wie bei Amazon, lautet das Credo von Bookindy. Die im Mai 2015 für Großbritannien veröffentlichte Chrome Browser Extension soll Kundinnen und Kunden dabei helfen, Amazon zu meiden und den lokalen Buchhandel zu unterstützen.

LChoiceDen lokalen (Buch-) Handel zu fördern ist auch die Idee hinter LChoice. Mittels der App können unterwegs Bücher oder andere Waren gekauft werden, indem QR-Codes gescannt werden, die sich z.B. in Anzeigen befinden. Die Bestellung landet dann in der nächstgelegenen Buchhandlung, beziehungsweise in einem anderen nahegelegenen Geschäft.

Auch BookAffair soll eine Art Nachbarschafts-Amazon werden. Die Plattform ist einerseits ein Buchmagazin, andererseits leitet sie Bestellungen an die am nächsten gelegene Buchhandlung weiter. Auf der Webseite, die sich im Aufbau befindet, heisst es dazu: „Wir entwickeln eine Online-Plattform, die die Vorteile des Internet mit den Vorzügen der klassischen Buchhandlung verbinden und Leser mit Buchhändlern in ihrer Nähe vernetzen will. Wir bereiten den Start einer aktuellen Webillustrierten und eines täglichen Newsletters vor. Mitdenker und Mitstreiter willkommen!“

Shareconomy bringt Start-Ups hervor

BookeloAuch mit neuen Plattformen im Kontext von Büchern in der Shareconomy, wie Bookelo, sind mittlerweile einige Start-Ups am Markt.


Welche weiteren innovativen Angebote oder Start-Ups aus der Buchbranche kennen Sie?
Was lässt sich von den vorgestellten Modellen Ihrer Meinung nach lernen?


Autorin: Birgit Fingerle (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft; Soziale Medien, Stabsstelle Innovationsmanagement)

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