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Sprachverwirrung prägt das Bild: In dem Bericht „Science 2.0 – Mapping European Perspectives” hat die ZBW analysiert, wie Science 2.0 in Europa gesehen wird.

26 Positionspapiere wissenschaftlicher Organisationen zum Thema „Science 2.0 in Europa“ hat die ZBW unter die Lupe genommen (→ Pressemitteilung). Diese hatte die Europäische Kommission im Rahmen der Diskussion zur öffentlichen Konsultation zu „Science 2.0: Science in Transition“  veröffentlicht. Der Bericht „Science 2.0 – Mapping European Perspectives” zeigt: Innerhalb der Europäischen Union gibt es kein einheitliches Verständnis zu Science 2.0. Zudem gehen die Wünsche nach politischer Regulierung stark auseinander. Eine Definition des Begriffs „Science 2.0“ durch die Europäische Kommission ist daher gefordert, um eine sinnvolle Diskussion führen zu können.

 

Die Landkarte europäischer Positionen zum Thema „Science 2.0“ zeigt darüber hinaus:

  • Zwar werden Open Access und Open Research Data als wissenschaftspolitische Bewegungen begrüßt, zugleich wird aber zur strengen Qualitätssicherung für wissenschaftliche Publikationen ein klares Regelwerk gefordert.
  • Um weltweit aufschließen zu können und datenintensive Forschung angemessen realisieren zu können, wird in den Positionspapieren durchgängig eine Modernisierung des Urheberrechtes innerhalb der EU gefordert. Zudem wird vorschlagen, dass die Europäische Kommission Ausnahmen erlaubt, die Text und Data Mining ermöglichen.
  • Science 2.0 ist eine Bottom-up-Bewegung, die von den Forschenden gelebt wird. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben, wenn zukünftige Steuerungsinstrumente entwickelt werden. Andernfalls würde die Akzeptanz für die Steuerungsinstrumente unter den Forschenden verloren gehen.
  • Alternative Messindikatoren für den Rekrutierungs- und Bewertungsprozess von Forschenden sollten zusätzlich zu bestehenden Indikatoren eingeführt werden.
  • Social Media-Dienste werden als sinnvoll für die Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse gesehen. Allerdings sollte sich das Wissenschaftssystem nicht in die Abhängigkeit privat-wirtschaftlicher Betreiber von Social Media-Diensten begeben.

 

Eine kollaborative Weiterentwicklung des Dokuments ist erwünscht.


Wer sich an der Weiterentwicklung des Dokuments beteiligen möchte, kann dies hier tun.

 

Autor: Prof. Klaus Tochtermann (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft)

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