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Endlich ist es soweit – nach der vor zwei Jahren intensiv geführten Diskussion über neue Wege der Fachkommunikation im LIS-Bereich (#newLIS) bekommt die Bibliotheksszene mit der „Informationspraxis“ (Twitter / Facebook) eine qualitätsgeprüfte Open Access-Fachzeitschrift. Zu den Hintergründen der Gründung haben wir ein Interview mit Mitbegründer Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler geführt.

Ihr habt im Rahmen des Bibliothekartags 2014 in Bremen die Open Access-Zeitschrift „Informationspraxis“ gegründet. Was ist das Besondere an der „Informationspraxis“?

Im Kern der „Informationspraxis“ steht neben dem Open Access-Anliegen die Idee, eine Fachzeitschrift mit hohem Praxisbezug anzubieten, die sowohl mit Peer Review qualitätsgeprüfte wie auch einfache Beitragsformen anbietet. Ein Alleinstellungsmerkmal der Informationspraxis ist zudem, dass sie von der Community für die Community erstellt wird. Ganz wichtig ist uns eine sofortige Veröffentlichung der geprüften Artikel. Eine Bündelung der zuletzt veröffentlichten Artikel zu einem Heft erfolgt quartalsweise im zweiten Schritt.

An wen richtet sich die „Informationspraxis“?

Wir wollen spannende Inhalte anbieten, die für Personen aus Bibliotheken sowie darüber hinaus, beispielsweise auch für Personen aus Archiven und Museen interessant sind. Die Inhalte sollen für die Praxis sein, aber auch anspruchsvoll. Es ist unser expliziter Wunsch, auch ganz neuen Autoren, die bislang noch nicht veröffentlicht haben, beispielsweise Studierenden, eine Plattform zu bieten.

Wie wollt Ihr die „Informationspraxis“ organisatorisch stemmen?

Wir haben als Trägerschaft einen Verein mit Sitz in der Schweiz gegründet – weil hier eine Vereinsgründung und -führung unbürokratisch ist. An der Gründungsversammlung am 4.6. wurde geklärt, wer bereit ist, welche Rollen zu übernehmen, wie z.B. Autoren, Herausgeber, Themenverantwortliche. Der Anfang lässt darauf hoffen, dass dies gut gelingen wird, da sich für die ersten Aufgaben sofort Personen gefunden haben, die diese übernommen haben. Es waren rund 25 Personen anwesend, und mehr als 10 weitere haben ihr Interesse an einer Mitarbeit angekündigt.

Wie sieht die technische Basis aus und welche Rolle spielt Social Media?

Wir haben derzeit das Open Journal System im Auge, um darüber die klassischen Redaktionsaufgaben zu organisieren. Geplant ist, dass es zu jedem Beitrag einen Blog-Post geben soll. Darüber hinaus ist eine breite Verwendung von Social Media geplant, vor allem, um so den Austausch mit und in der Community mit Leben zu füllen. Für unsere internen Diskussionen nutzen wir derzeit ein Etherpad und wollen eventuell weitere Kollaborationstools verwenden.

Das Logo der neuen Zeitschrift.

Warum sollte ich als Autorin bei „Informationspraxis“ publizieren?

Neben dem Open Access-Gedanke und der sofortigen Veröffentlichung geprüfter Artikel sprechen vor allem die dahinter stehende gut vernetzte Community und die hohe Reichweite dafür – und für die Autoren soll das ganze möglichst unkompliziert sein.

Jetzt bin ich gespannt. Wann geht es richtig los?

Das erste Heft soll noch in diesem Jahr erscheinen. Ab September können erste Artikel eingereicht werden. Die „Informationspraxis“ wird eine Beta-Version sein, die immer weiter verbessert wird.

Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler ist Professor für Bibliothekswissenschaft an der HTW Chur und Gründungsmitglieder der „Informationspraxis“.

Das Interview führte Birgit Fingerle (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft; Soziale Medien, Stabsstelle Innovationsmanagement)

The ZBW – Leibniz Information Centre for Economics is the world’s largest research infrastructure for economic literature, online as well as offline.

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