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So, es ist mal wieder Zeit für ein wenig Praxis. Wie wir gesehen haben, hat Bing diese Woche vorgelegt und den Suchindex durchsozialisiert. Ins Ranking fließen nun nicht nur automatisch berechnete Variablen ein, sondern tatsächliche Empfehlungen der Nutzer. Das wird so weitergehen: Social Media beeinflusst heutzutage stärker denn je die Infodistributionswege und damit auch den Traffic der jeweiligen Webangebote.

Informationszentren und Bibliotheken müssen sich spätestens in diesen Tagen überlegen, ob sie auf den Zug aufspringen – oder es sein lassen; was gleichzeitig bedeutet, dass sie sich mit einer Außenseiterstellung zufrieden geben. Es ist immerhin eine Option…

Wann lohnt sich die Integration eines Sharing-Buttons?

Bevor wir anfangen, sollten wir uns überlegen, ob eine Sharing-Funktion überhaupt Sinn macht. Unter Umständen kann man sich nämlich eine Menge Arbeit ersparen und an dieser Stelle erst einmal die Lektüre abbrechen. Denn: Der Einbau eines Tweet-Buttons oder einer “Like”-Schaltfläche von Facebook setzt das Verständnis voraus, dass der Nutzer tatsächlich bereit sein könnte, die betreffende Seite mit seinen Freunden zu teilen.

Die Bedingung, damit dies geschieht, lautet: Mehrwert, Mehrwert, Mehrwert! Und zwar nicht nur für den betreffenden Nutzer, sondern potenziell auch für seinen Kreis von Bekannten. Seiten mit Recherche-Tipps werden gerne weitergereicht, “Effizient wissenschaftlich arbeiten” sind gute Headlines, die direkten Nutzen versprechen. Und wie sieht es bei Katalogseiten aus? Nunja, bislang eher mau.

Wenn wir uns den 08/15-Suchkatalog einer Bibliothek anschauen, sehen wir (neben der häufig fehlenden Usability) nicht viel, was das Prädikat “Gefällt mir” wirklich verdient: Titel, Autor, Verlag, Verlagssitz, das Erscheinungsdatum des jeweiligen Mediums, den Umfang und eine oder mehrere kryptische Signaturnummern. Hand aufs Herz: Würden Sie eine solche Information freiwillig weitergeben?

Um die Web-Angebote Sharing-fähig zu machen, ist es zunächst nötig, sie mit Mehrwert anzureichern. Zusätzlich zur nackten Information benötigen Nutzer Orientierung, eine Einordnung der jeweiligen Literatur: Das können eigene Bewertungssysteme (Sternchen-Rating) oder fremde Rankings (etwa von Amazon) sein, Rezensionen, ein Buch-Cover, Wikipedia-Einträge zum Autor, die per Schnittstelle in den Katalog geschossen werden. Was ist mit einer Kommentarfunktion für Besucher? All die schönen Features, die unter dem Schlagwort “Katalog 2.0” heute zusammengefasst werden – dies sollte man berücksichtigen. Oder anders ausgedrückt: Der Katalog muss endlich mit Leben befüllt werden.

Twitter-Button

Die Integration einer “Tweet”-Schaltfläche ist ziemlich leicht zu bewerkstelligen, da Twitter selbst einen leicht zu bedienenden Button-Generator ins Netz gestellt hat. Hier entscheidet man sich zunächst für das Aussehen der Schaltfläche (vertikal oder horizontal ausgerichtet). Unter “Tweet Text” ist es möglich, eigene Einträge für Tweets im Voraus zu definieren, empfehlenswert ist allerdings die Einstellung, dass der Titel der jeweiligen Seite in den Tweet mit einfließt – achten Sie darauf, dass Ihr Katalog hier auch mitspielt und der Titel der Seite identisch mit dem Titel des gefundenen Suchergebnisses ist. Optional können Sie beim zweiten Punkt automatisierte Follow-Empfehlungen in Tweets integrieren, was Sinn macht, sofern Ihr Katalog oder Ihre Institution selbst twittert und gerne Erwähnung finden möchte.

Und das war es auch schon. Twitter stellt das erforderliche Code-Snippet für den Button am Fuß der Seite je nach Konfiguration zusammen. Diesen können Sie nun ihren Ergebnisseiten hinzufügen. Er sieht etwa so aus:

[code]

[/code]

Facebook-Button

Ein wenig kniffeliger wird es bei Facebook. Auch hier wird uns freundlicherweise ein Button-Generator zur Seite gestellt. Das Problem dabei: Facebook erlaubt über das Tool nur die Vorab-Definition von Netzadressen, die geteilt werden sollen, eine dynamische Zuordnung entfällt von Haus aus.

Um genau dies zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass wir ein paar Veränderungen am Snippet vornehmen. Tragen Sie dazu zunächst im Feld “URL to Like” irgendeine beliebige Adresse ein. Klicken Sie danach auf “Get Code” und kopieren Sie das Iframe-Snippet. Suchen Sie dann die von Ihnen eingegebene URL und ersetzen Sie diese durch folgende Code-Zeile:

[code]
ID)); ?>
[/code]

Damit erhalten Sie am Ende ein Snippet, das in etwa so aussieht:

[code]

[/code]

Kopieren Sie den Code und fügen Sie ihn in die gewünschte Stelle auf ihrer Seite ein. Doch bevor Sie dies tun, nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit und lesen Sie das Interview mit unserer ZBW-Juristin zum Thema Facebook und Datenschutz.

Alternative: AddToAny

Ja, es geht auch einfacher. Vor allem in der Bibliothekszene habe ich bemerkt, dass viele auf einen Komplettdienst für Social Sharing ausweichen, der leichter zu implementieren ist: AddToAny. Schauen Sie sich den Dienst ruhig einmal näher an, spielen Sie mit den Funktionen. Zum Abschluss habe ich noch einen Tipp, wie sie Nutzern anbieten können, mittels AddToAny externe Seiten an BibSonomy zu senden (Vascoda hatte dies bereits 2009 eingeführt):

[code]
BibSonomy / Logo
[/code]

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