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Auch, wenn ich jetzt seit gut fünf Monaten offiziell Hamburger bin – man hält ja schon noch ein wenig Augen und Ohren in Richtung alte Heimat offen. In diesem Sinne: Beste Grüße an alle Kölner! Doch zurück zum Thema: Wie ich erfahren habe, hat die dortige Zentralbibliothek einen Radikalumbau in den Räumlichkeiten gewagt. Das Ergebnis wurde vor wenigen Tagen feierlich der Öffentlichkeit präsentiert und hört auf den Namen “Q-thek”.

Dafür mussten im Erdgeschoss viele der Bücher weichen, stattdessen finden die Kunden dort nun vermehrt Internetrechner, E-Book-Reader, iPads und große Info-Touchdisplays (offenbar die gleichen, über die wir kürzlich gesprochen haben). Nach Angaben der “Welt” misst die “Q-thek” rund 100 Quadratmeter und wurde in bestimmte Themenbereiche unterteilt (Bilder finden sich auf Facebook). Nicht nur schick, sondern auch praktisch, sind die sogenannten “Sonic Chairs”: komfortable, nach oben hin geschlossene Sitze mit festinstallierten iPads, die jedem Kunden individuelle Ruhezonen ermöglichen.

Neben Köln haben auch die Bibliotheken in Bergheim, Dormagen, Münster und in vier weiteren Städten ihre jeweilige “Q-thek” eröffnet. Weitere 18 (!) Partnerbibliotheken sollen in den “kommenden Jahren” folgen. Ich habe ein wenig tiefer im Netz gegraben und dabei dieses PDF aus Kamp-Lintfort gefunden, in dem wir ein wenig über die weitere Hintergründe erfahren:

Das Land NRW gab dem Architekturbüro ReichundWamser den Auftrag. Das Büro entwickelte unter dem Namen “Q-thek” ein gemeinsames Raumkonzept für die beteiligten Bibliotheken auf Grundlage der theoretischen Forderungen zum Lernen allgemein, der individuellen Ansprüche und des vorhandenen Finanzrahmens jeder Bibliothek. Infotheke und Touchscreen-Pult, an dem Standortinformationen und Veranstaltungshinweise abgerufen werden können, gehören zum Katalog des Raumkonzeptes. Außerdem wurden besondere Gruppen- und Einzelarbeitsplätze und so genannte “Themeninseln” entworfen, an denen sowohl Printmedien als auch digital vorhandene Medien zu einem Thema präsentiert werden können. Die vorhandene Farbgestaltung einer jeden Bibliothek soll individuell aufgegriffen werden. Auch vorhandenes Mobiliar kann in den Bereich einbezogen werden, wenn es den Anforderungen entspricht. Der Bereich soll mit W-Lan ausgestattet werden. Neben dem Infopult soll in jeder der beteiligten Bibliotheken ein besonderes Gestaltungselement zu finden sein, das als “Corporate Design” einen Wiedererkennungswert hat. Die Mehrheit der Bibliotheken entschied sich für das Modell “Trichter”, der in der Anlage zu sehen ist.

Eine spannende Sache! Ich finde sie sogar so spannend, dass ich der Bibliotheksdirektion in Köln ein paar Fragen zu den Entwicklungen habe zukommen lassen. Und Frau Hannelore Vogt war so nett, sie uns so schnell wie möglich zukommen zu lassen – vielen Dank dafür! Hier sind sie:

Liebe Frau Vogt, was war ausschlaggebend für die Einrichtung der Q-thek?

Wir sind eine von 8 Projektbibliotheken in NRW im Projekt “Lernort Bibliothek”. Im Rahmen diese Projektes wurde die Q-thek initiiert. In Köln befindet sie sich direkt im Eingangsbereich, einsehbar von außen und ist die neue “Visitenkarte” der Bibliothek.

Die Bibliothek wird als attraktiver Aufenthaltsort auch in Zeiten des Web 2.0 immer wichtiger – zahlreiche Befragungen und Untersuchungen belegen dies. Wir wollen einen zeitgemäßen Rahmen hierfür schaffen – mit neuester technischer Ausstattung wie Multitouchscreens, iPad 2, WLAN im gesamten Haus etc.

Gibt es erste Erfahrungen, die Sie uns mitteilen können? Wie reagieren die Kunden auf das neue Angebot?

Die Reaktionen der Kunden sind durchweg positiv, vor allem das sehr moderne Ambiente und die Sonic-Chairs zum Musikhören mit gleichzeitiger iPad-Nutzung begeistern.

Sind weitere Maßnahmen in diese Richtung geplant?

Wir haben im vergangenen Jahr schon begonnen: mit dem Kulturschaufenster – einem “stylischen” Ausstellungsbereich mit den neuesten Ausstellungskatalogen aus der Region und einem Windowtainment (einem Touchscreen, der direkt auf unsere Schaufenster aufgebracht und von außen zu bedienen ist). Im Juli wird die komplett umgestaltete Kinderbibliothek mit Gaming-Zone eröffnet und Anfang nächsten Jahres der Eingangsbereich mit Selbstverbuchung und 24/7-Rückgabe sowie einem modernen Infopoint ausgestattet.

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  • miringa83miringa83

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    Die Bibliothek ist ja schon seit Langem ein Ort des Lernens und der Kommunikation. Mit den neuen Technologien sind die Bibliothekare und FAMIs unbedingt dazu aufgefordert diese Neuheiten zu vermitteln. Von daher ist die Idee der Q-Thek wirklich super! Dass man das Q aber durch eine Kaffeetasse erklärt finde ich nicht so optimal. Die ÖB als Kommunikationsort (bei einer Tasse Kaffee) ist doch schon lange eine Hauptfunktion. Etwas in Richtung der neuen Technologien hätte ich besser gefunden. Das Q ist ja, wie angeblich gewollt, nicht selbsterklärend, was der Sache vll. im Weg steht.


  • Eigentlich diesen Beitrag recht ein bisschen mehr offenbarten Information, als ich war Hopping zu finden. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Seite entdeckt Aus diesem Grund!


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