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Der Verkauf von E-Book-Readern und Tablet-PCs boomt – nach ersten Analystenschätzungen hat Apple allein am ersten Verkaufswochenende des iPad 2 rund 500.000 Einheiten absetzen können. Laut dem Branchenverbandes BITKOM steht Deutschland in diesem Jahr eine neue Hochphase bevor: Im Vergleich zu 2011 wird sich der Verkauf von Tablets auf 1,5 Millionen Stück nahezu verdoppeln.

Doch während Hardware-Hersteller, App-Entwickler und Verlage den neuen Einnahmequellen entgegensehnen, dringt ein Problem in den Vordergrund, das viele mit dem Verlassen des Desktop-Internets und dem Einstieg in das Mobile Computing hinter sich gelassen glaubten: Der weltweite Bedarf an mobiler Literatur, an E-Books, ist immens und steigt mit jedem verkaufen Reader und Tablet. Und diese Entwicklung ruft auch vermehrt Content-Piraten auf den Plan – international als auch hierzulande. Der “Welt am Sonntag” liegt eine Studie vor, nach der das Raubkopieren teuer erstellter Printprodukte “dramatische Ausmaße” angenommen habe. Als Vertreter der Wirtschaft kommt Guido F. Herrmann zu Wort, Verlagsleiter bei dem Wissenschaftsverlag Thieme Chemistry: “Nachdem Internetpiraterie bislang vor allem die Musik- und Filmindustrie gebeutelt hat, kommt das Problem jetzt bei den Fachverlagen am.” Viele Verlage würden nicht erahnen, was da “schlagartig” auf sie zukäme.

Tatsächlich tauchen im Internet massenweise illegale Kopien von Magazinen und Fachbüchern auf: kostenlos und nicht selten ebenso aktuell wie ihre legalen Pendants. Fachliteratur werde kurz nach Erscheinen systematisch gescannt und ins Netz geladen. Wenn eine neue E-Paper-Ausgabe des “Spiegels” am Samstagabend gegen 22 Uhr vom Verlag veröffentlicht wird, seien eine halbe Stunde später bereits gestohlene Varianten im Netz zu finden.

Eine Lösung des Problems ist bislang nicht in Sicht: Während einige (wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels) auf Aufklärung setzen, setzen andere auf die Strafverfolgung und sammeln die IP-Adressen der PDF-Seeder – ein schwieriges Unterfangen, da viele Piraten ihre Spuren im Netz verwischen.

Bild: Flickr – Fotograf: fuzzcat

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