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Ich bin bei NetBib über die App gestolpert, doch auch andere haben bereits berichtet – zurecht! EDSync for iPhone (iTunes) holt die Nutzerverwaltung für Bibliothekskunden auf das Handy: Über die App lassen sich Entleihungen einsehen und auf Knopfdruck verlängern, zudem werden alle bislang angefallenen Gebühren angezeigt.

EDSync steht noch in den Anfängen, doch das, was ich bisher testen konnte, birgt bereits großes Potenzial. Da Bibliotheken nicht immer flott darin sind, ihre Dienste per standardisierter Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, kostete die Entwicklung einige Mühen. Der Autor Martin Kim Đưng-Phạm hat sich nach dem Trial-and-Error-Verfahen im Namen der User Zugriff auf die Kontoverwaltung verschafft (mehr über die technischen Hintergründe gibt es bei Anne Christensen und hier). Derzeit werden rund neun Bibliotheken des GBV unterstützt, weitere sollen sukzessive folgen. Eine aktuelle Liste aller angeschlossenen Institutionen gibt es auf einer Sonderseite im Netz.

Bislang gibt es keine öffentliche Reaktion von Seiten der Bibliotheken. Ich könnte mir vorstellen, dass sich einige am etwas intransparenten Umgang mit Nutzerdaten stoßen könnten. Anderen könnten künftige Features, wie eine automatische Verlängerung, ein Dorn im Auge sein. Wir werden sehen, wo die Reise hingeht, doch fest steht, dass der Bedarf an mobilen Bibliotheksservices immer weiter steigt. Und solange die Einrichtungen nicht eigene Lösungen beisteuern, wird von einigen Entwicklern eben im privaten Umfeld gebastelt.

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  • Hey André,
    vielen Dank erstmal für den Blog Eintrag.
    Der Datenschutz spielt für die Bibliotheken eine große Rolle – ich denke zu Recht. Natürlich kann man bei der Bereitstellung von Software durch einen Dritten, wie mich, nie sicher sein, was mit Daten passiert. Ich habe diesbezüglich einen Kommentar zu Anne Christensens Blog Eintrag verfasst und auch die von Dir erwähnte Supportseite sowie ein FAQ(aktuell nur für die Mac Version) sollen die friedlichen Absichten des Projekts unterstreichen.
    Was zukünftige Features angeht, so kann man mit Blick auf das parallel entwickelte VideLibri einen Eindruck erhalten, in welche Richtung es in der Open Innovation im Bibliothekssektor geht. Auch das (ich vermute nicht ganz unabhängig entwickelte?) TUBfind zeigt, was eine serverbasierte Webapp leisten kann.
    Ich kann hier übrigens versichern, dass es in EDsync keine automatische Verlängerung geben wird. Viele Jahre wurde meine Stelle als studentische Hilfskraft in einer Bibliothek der UHH vermutlich von Mahngebühren bezahlt. Am eigenen Ast wird nicht gesägt werden ;o
    Gruß,
    kim


  • Hi Kim,

    erst einmal Glückwunsch zur App und danke für die Antworten. VideLibri hatte ich mir angesehen – an deinem Projekt finde ich aber vor allem die mobile Komponente spannend. Aber natürlich ist jeder Desktop-Client bereits eine Bereicherung. TUBfind fetzt auch ordentlich, aber da mangelt es naturgemäß wieder an überregionalen Möglichkeiten. 🙂

    Wir haben kürzlich eine App für unser Fachportal EconBiz veröffentlicht, die für iPad ist bereits da, iPhone und Android folgen in Kürze: http://www.zbw-mediatalk.eu/2011/03/zugriff-auf-volltexte-zbw-startet-econbiz-fur-das-ipad/

    Wir überlegen, ob und für wen wir eine Nutzerkontenverwaltung integrieren, vielleicht hast du ja noch Ideen/Vorschläge. Wenn du Lust hast, können wir hier ein kurzes Interview mit dir machen. Wenn du magst, ticker mich bitte kurz an, unter: avatter(at)zbw-mediatalk.eu

    Beste Grüße

    André


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